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Schulterkragen ("Halskragen")

Ident. Nr.: ÄM 1755

ObjID: obj:606478

Details (Expert)

Datierung
Amanishakheto (Amanischacheto)
Datierung engl.: Amanishakheto
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schulterkragen ("Halskragen")
Übersetzung: Wide collar covering the shoulders
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 20,5 x 43,5 x 1 cm

Objektbeschreibung

Der Herkunftsort des Halskragens ist das antike Meroë im heutigen Sudan, ca. 200 km nordöstlich der Hauptstadt Khartoum. Es handelt sich hierbei um die Residenz des Reiches von Meroë, das von 300 v. Chr. bis in die Mitte des 4. Jh. n. Chr. bestand. Der nördliche Friedhof in unmittelbarer Nähe zur Stadt weist eine Belegungszeit von ca. 250 v. Chr. bis in die Mitte des 4. Jh. n. Chr. auf – eine Nutzung von ungefähr 600 Jahren – in dessen Pyramidengräbern dreißig Könige, acht regierende Königinnen sowie drei Prinzen beigesetzt sind.
Eine der Pyramiden, Beg. N. 6, war für die regierende Königin Amanishakheto errichtet worden, deren Bestattung in die zweite Hälfte des 1. Jh. v. Chr. datiert. Diese Pyramide wurde bereits 1834 bei der Suche nach Schätzen durch den Italiener Guiseppe Ferlini nahezu vollständig zerstört. Auch wenn seine Angaben zu den Deponierungen der Funde im Graboberbau heutzutage umstritten sind, ist es deren Einzigartigkeit nicht. Unbenommen von der Diskussion um die Echtheit der Stücke erwarb bereits 1840 König Ludwig I. von Bayern 90 Objekte für die dortige Sammlung. Im 19. Jh. wurde, jedoch erst nach der Reise und dem Studium der Pyramiden von Meroë durch Karl Richard Lepsius im Rahmen der Königlich Preußischen Expedition 1844, der Kauf des Hauptanteils für die Berliner Museen vollzogen. Unter den Grabfunden seien an dieser Stelle insbesondere die Gefäße, die importierten Objekte und der Körperschmuck genannt. Zu der mit Abstand größten Gruppe, dem Körperschmuck, zählen über sechzig Siegelringe, zehn Schildringe, zehn Armbänder, zahlreiche Kettenglieder und -anhänger sowie Amulette.
Aus unzähligen Perlen und Amuletten wurden modern zwei Schulterkragen (ÄM 1755, 1757) zusammengefügt, wie sie in den Reliefdarstellungen in der Regel von königlichen und nichtköniglichen Personen, aber auch Göttern getragen werden. Diese Abbildungen bieten allerdings keine Anhaltspunkte für eine im Einzelnen begründete Rekonstruktion, da sie durchweg traditionelle, stark abstrahierende Muster wiedergeben, die mit dem wirklichen Aussehen solch breiter Schmuckkragen kaum etwas zu tun haben. Die Bezeichnung Schulterkragen bezieht sich auf die Tragweise, denn die einzelnen Kettenstränge legen sich in mehreren Reihen über die Schulter und Brust des Trägers.
In dem Schulterkragen sind neben Udjat-Augen und kleinen Schneckengehäusen, verschiedenförmige Perlen aus Glas, Fayence, Karneol und anderen Steinen aufgefädelt worden. Ein Teil der Objekte aus dem Schatzfund weist Abnutzungsspuren auf, ein Indiz für das tatsächliche Tragen dieses Schmucks, wie wir es auch anhand der Reliefbilder nachweisen können. Hinzu kommt, dass dieser partiell für Amanishakheto als Teil ihrer Legitimation angefertigt wurde. Aus diesem Grund erkennen wir nicht nur rein dekorative Elemente, sondern Szenen und Götter mit einem engen Bezug zum Königtum. Es finden sich darunter Motive, die aus dem pharaonischen Kulturkreis stammen, neben all jenen, die als genuin meroitisch angesprochen werden müssen – nahezu völlig unbeachtet sind indes die Elemente, die in den griechisch-römischen Kreis des Mittelmeeres oder nach Schwarzafrika verweisen. Nach einer momentanen Einschätzung verbirgt sich in den Motiven beinahe die gesamte königliche und göttliche Welt des meroitischen Reiches, die unter anderem die Stellung und Aufgaben der Amanishakheto widerspiegeln. Ein wahrer Thronschatz, der bislang für diesen Kulturkreis einzigartig ist, sowohl im Hinblick auf seine Größe und Komplexität der Motive als auch technischen Details – die Kronjuwelen, zu denen unter anderem die beiden Schulterkragen gehören.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Hier heißt es:(Erzähler):Petrus sprach zu Maria: (Petrus):"Schwester wir wissen, dass der Erlöser dich liebte mehr als die übrigen Frauen. Sage uns die Worte des Erlösers, deren du dich erinnerst, die du kennst, nicht aber wir, und die wir auch nicht gehört haben.“(Erzähler):Maria antwortete und sprach:(Maria Magdalena):"Was euch verborgen ist, will ich euch mitteilen“ und sie begann ihnen zu berichten.…(Erzähler):„Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie…“Entgegen sprach Petrus: …(Petrus):“Hat er denn mit einer Frau heimlich vor uns und nicht öffentlich gesprochen? Sollen wir umkehren und alle auf sie hören?“...(Erzähler):„Darauf weinte Maria und sprach zu Petrus: (Maria Magdalena):Mein Bruder Petrus, was glaubst du denn? Glaubst du, ich habe das selbst ersonnen in meinem Herzen oder ich lüge über den Erlöser?(Erzähler):Levi entgegnete und sprach zu Petrus:(Levi):„Wenn der Erlöser sie würdig gemacht hat, wer bist denn du, dass du sie verwirfst?Sicherlich kennt der Erlöser sie ganz genau. Deshalb hat er sie mehr als uns geliebt.Wir sollen uns vielmehr schämen, den vollkommenen Menschen anziehen, losgehen, wie er es uns aufgetragen hat und das Evangelium verkünden…Als Levi dies gesagt hatte, schickten sie sich an zu gehen, um zu verkündigen und zu predigen: Das Evangelium nach Maria.“Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.V. Lepper