Logo

Kuboide Statue ("Würfelhocker") des obersten Vorlesepriesters Petamenophis

Ident. Nr.: ÄM 23728

ObjID: obj:606558

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich Wilhelm von Bissing (22.4.1873 - 12.1.1956),
Vorbesitzer*in
Datierung
Historische Datierung: 25.–26. Dynastie
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 32 x 16 x 21,5 cm

Objektbeschreibung

"Die Entwicklung innerhalb der spätzeitliche Bildniskunst zu einer - freilich durchaus selten bleibenden - Wiedergabe individueller Persönlichkeit setzte im Laufe der 25. Dynastie ein, z. T. offenbar angeregt durch entsprechende Vorbilder des Mittleren Reiches.
Der Würfelhocker des Petamenophis, eines hohen Beamten der späten Äthiopenzeit, ist für diese ersten Anfänge ein hervorragendes Zeugnis. Die Gestaltung des ausdrucksstarken Gesichtes, die Durchbildung der Stirn, die Falten zwischen Nase und Mund, die schmalen Lippen machen durchaus den Eindruck, als hätte der Künstler eine Porträtdarstellung angestrebt. Ihre relativ großzügige Durchführung dürfte dabei nicht zuletzt durch die Rücksichtnahme auf den großflächigen Charakter der Würfelhockerform verursacht worden sein. Petamenophis sitzt auf einem Kissen und hält in der linken Hand einen Lattich. Das Relief auf der Vorderseite zeigt ihn betend vor Osiris. Die Inschriften auf dem Rückenpfeiler und dem Sockel geben Titel, Namen und Opferbitten an die Toten- Götter Osiris und Anubis."
Aus: W. Kaiser, Ägyptisches Museum Berlin, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz, Berlin 1967, S. 94 (Kat. 942).

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper