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Porträtkopf eines Mannes

Ident. Nr.: ÄM 10660

ObjID: obj:606571

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: Ptolemaios XII. Neos Dionysos
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24 x 15,5 x 18 cm

Objektbeschreibung

Der Kopf zeigt einen Mann mit einer voluminösen Frisur und mit kleinen Ohren, der einen Vollbart trägt. Das schmale Gesicht zeichnet sich durch flache und leicht asymmetrische Brauen aus, unter denen große, mandelförmige Augen zu erkennen sind. Die Augenhöhlen werden von gewölbten, schräg nach unten gerichteten Oberlidern gekennzeichnet. Im Unterschied zu der schmalen und langen Nase sind die Lippen gerade und voll. Im Nacken haben sich die Reste eines stark bestoßenen Rückenpfeilers mit pyramidaler Spitze erhalten.
Da nahezu die gesamte Oberfläche nicht geglättet ist, liegt der Schluss nahe, dass der Kopf unfertig blieb. Möglicherweise gehört er aber auch zu einer Gruppe von Statuen, die bewusst in diesem Zustand belassen wurden. Denkbar ist, dass die grob gepickten Haare ursprünglich mit einer Stuckschicht überzogen waren.
Der Mann wurde mit Lockenfrisur und Bart dargestellt – eine entsprechende Ikonographie kennzeichnet im pharaonischen und ptolemäischen Ägypten in der Regel Ausländer.
Obwohl der Kopf nicht aus Ägypten stammen soll, verweisen der Rückenpfeiler, das Material und die Gestaltung der Augen- sowie Brauenpartie auf eine Verbindung zur ägyptischen Bildhauertradition. Die angebliche Herkunft des Kopfes von den griechischen Inseln würde es nahe legen, in ihm einen Griechen zu sehen. Es muss sich um eine Auftragsarbeit handeln, die entweder in Ägypten, in einer ägyptischen Werkstatt auf den Inseln oder vor Ort von in ägyptischer Tradition stehenden Handwerkern gefertigt wurde. Vergleichbare Funde kamen bislang nur auf Delos und Rhodos zutage. Des Weiteren ist die Statue ein Beleg für die Repräsentation eines Beamten, vielleicht auch eines Priesters, in ägyptischem Stil im nördlichen Mittelmeerraum. Die gesamten Gesichtszüge sprechen für eine Einordnung in die frühptolemäische Zeit, während der kurze und spitz zulaufende Rückenpfeiler eher ein Indiz für eine Entstehung am Ende dieser Epoche darstellt. Sehr wahrscheinlich ist die Statue in Anlehnung an die pharaonische Kunst im 1. Jh. v. Chr. entstanden."
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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