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Relieffragment mit Pyramidentext (PT 354-355)

Ident. Nr.: ÄM 14667

ObjID: obj:606587

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
Historische Datierung: Phiops II. (Pepi II.)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16,5 x 36,5 x 5 cm

Objektbeschreibung

Das Relieffragment mit den Pyramidentexten PT 354–355 stammt aus der Endphase der 6. Dynastie, etwa um 2219 v. Chr., und wurde in der Nekropole von Sakkara, entdeckt. Es stammt aus der Pyramide Pepis II. und wurde im Jahr 1899 von Carl August Reinhardt im Antikenhandel erworben.
Das Material des Fragments besteht aus bemaltem Kalkstein, dessen Farbpalette grün, schwarz und weiß umfasst.
Das Relieffragment stammt von der Nordwand der Sargkammer der Pyramide des Pepi II., der letzte Herrscher der 6. Dynastie, und enthält die Texte PT 354–355. Die Pyramidentexte, die älteste geschlossene Sammlung religiöser Texte aus dem antiken Ägypten, wurden erstmals während der Herrschaft von Unas, dem letzten Herrscher der 5. Dynastie, in königlichen Pyramiden in Sakkara eingraviert. Die erste Kolumne enthält fragmentarisch das Ende von PT 354, während in den restlichen sechs Kolumnen ein Teil von PT 355 erhalten ist.
Diese funerären Texte sind in Altägyptisch verfasst und wurden in senkrechten Kolumnen niedergeschrieben. Im Gegensatz zu späteren Textsammlungen, wie den Sargtexten und dem Totenbuch, sind in den Pyramidentexten keine Illustrationen enthalten.
Die Pyramidentexte beschäftigen sich mit der jenseitigen Existenz des verstorbenen Königs und seiner Transformation von einem Menschen zu einer Gottheit. Dies spiegelt die Überzeugung wider, dass der Tod den Beginn eines neuen Lebens an einem anderen Ort markiert. Diese Texte waren ein integraler Bestandteil des königlichen Bestattungsrituals und wurden während der gesamten Begräbnisfeierlichkeiten rezitiert, um die spirituelle Transformation des verstorbenen Herrschers zu verdeutlichen.
Vor ihrer Anbringung in den Pyramiden wurden die Pyramidentexte wahrscheinlich mündlich oder in begrenzter schriftlicher Form verwendet. Ihre Entstehung wurde von verschiedenen Quellen und Traditionen beeinflusst, darunter magische Praktiken und Rituale, wie die Schlangensprüche, die den wiedergeborenen König als Horus von Schlangen bedroht, darstellen und Worte zur Abwehr einsetzen. Solche Schutzzauber wurden am Eingang positioniert.
Das vorliegende Relieffragment bietet somit einen einzigartigen Einblick in die religiöse und rituelle Welt des antiken ägyptischen Bestattungszeremoniells.

 PT 354-55 (Übersetzung nach TLA)

Worte sprechen:

O Pepi Neferkare!

Geb hat dir [alle Götter Ober- und Unterägyptens] gegeben, [damit] sie dich [tragen] und damit du Macht über [sie] hast.

[Das sind deine Brüder in] [bihremb] [Namen] "sn.wt-Heiligtum".

Sie können dich nicht abweisen in ihrem Namen ["die Beiden Schreine"].

[Osiris] Pepi Neferkare, Horus hat sie dir vereint zugewiesen.

Osiris Pepi Neferkare, [du bist geschützt], du lebst und bewegst dich jeden Tag hin und her.

Osiris Pepi Neferkare, es gibt [an dir] nichts, das gestört ist.

Osiris Pepi Neferkare, du bist der Ka aller Götter.

Horus hat dich geschützt, [du] bist [sein Ka] geworden.
Das Auge ist in deinem Kopf hervorgekommen als die oberägyptischen Zauberreiche.


S. Toumi

Letzte Aktualisierung: 22.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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