Logo

Hieroglyphischer Papyrus, Jenseitsführer des Wirtschaftsvorstehers Amun-em-wija

Ident. Nr.: P 3127

ObjID: obj:606602

Details (Expert)

Datierung
3. Zwischenzeit
Abweichende Datierung: 19./20. Dynastie
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 22,5 x 178 cm

Objektbeschreibung

Jenseitsführer für den Vermögensverwalter am Amuntempel Amunemwija mit symbolhaltigen Illustrationen über die Gefahren im Totenreich mit hieroglyphischen Beischriften.
Bildstreifen dieser Art ersetzen ein Totenbuch. Was es durch Texte und beigefügte Vignetten an notwendigem Wissen über die Gefahren im Totenreich und ihre Vermeidung vermittelt, lehren Jenseitsführer durch symbolhaltige Illustrationen. Die Bilderfolge ist von rechts nach links zu lesen:
a) Der Verstorbene opfert der Göttin des Westens.
b) Phoenix und Skarabäus sind Zeichen der Wiedergeburt.
c) Das Herz wird beschworen, nicht gegen den Verstorbenen im Totengericht auszusagen.
d) Die vier "Horussöhne" behüten die Innereien des Verstorbenen.
e) Der Pavian steht hier für das Totengericht, bei dem das Herz gegen die Gerechtigkeit aufgewogen wird.
f) Es folgen die bösen Dämonen und Plätze im "schönen Westen".
g) Der Seelengeleiter Anubis (Schakal) führt den Verstorbenen in die Gefilde der vier Himmelsrichtungen.
h) Die Hathorkuh empfängt am Westberg den Toten, wie sie als Himmelsgöttin auch den Sonnengott empfängt.
i) Der Verstorbene als Priester (kahlköpfig) opfert der Hathor.
I. Müller

Letzte Aktualisierung: 24.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

Im Jahr 1908 wurde der anthropomorphe Holzsarg des zweiten Priesters der Neith Chai-Hor aus Kom Ombo, Sohn von Nechet-Hor-heb und Cha-bas, zusammen mit der darin befindlichen Mumienhülle aus Kartonage und der Mumie nach Berlin gebracht. Ursprünglich gehörte zu dem Ensemble noch ein äußerer Sandsteinsarkophag.Der Holzsarg des Chai-Hor wurde schwarz grundiert und polychrom dekoriert. Der proportional sehr große Kopfteil des bauchigen Holzsarg, dessen Vorderteil mit dem Gesicht und einem Teil der Perücke extra ausgearbeitet und an den Deckel befestigt wurde, hat eine fast quadratische Form. Das breite Gesicht des Sargdeckels ist umrahmt von einer schwarzen Perücke, deren einzelnen Haarsträhnen durch Längs- und Querstriche in gelber Farbe gekennzeichnet werden. Die Innenzeichnungen zeigen deutlich, dass es sich hier um eine gestufte Perücke handelt, die sich in der Ptolemäerzeit großer Beliebtheit erfreute. Unterhalb des schmalen Blütenhalskragens lässt sich eine Darstellung eines geflügelten Skarabäus mit einer Sonnenscheibe zwischen den Vorderbeinen erkennen, gefolgt von der knienden Himmelsgöttin Nut mit ausgestreckten Flügeln. In den darunter befindlichen drei Registern sieht man die Darstellungen der verschiedenen Gottheiten vor den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Osiris: Im oberen Register die erste Erscheinungsform des Osiris. Sie wird von Isis und Nephthys angebetet, die jeweils von zwei Horussöhnen flankiert werden. Im mittleren Register folgt die Darstellung von Horus und Thot vor einem Djed-Pfeiler mit dem Kopf des Osiris. Im unteren der drei Register sind Isis und Nephthys in Gestalt der geflügelten Göttinnen noch einmal abgebildet, die mit ihren ausgebreiteten Flügeln den mumienförmigen Osiris beschützen. Den Abschluss der Dekoration des Sargdeckels bilden die Darstellungen weiterer mumienförmiger Gottheiten, Anubis und Upuaut in Gestalt zwei sich gegenüberstehenden, auf Schreinen liegenden Schakalen im Fußbereich, sowie auf der Vorderseite der Basis die Szene des von Maat zu den vier mumiengestaltigen Gottheiten geführten Verstorbenen. Des Weiteren begrenzen Inschriftenbänder die Dekoration des Sargdeckels seitlich. Sie sind auch auf den Seiten der Sargwanne vorhanden.(I. Liao)