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Kopf einer Statuette der Königin Teje

Ident. Nr.: ÄM 21834

ObjID: obj:606612

Schenkung James Simon, 1918

Details (Expert)

Datierung
Amenophis (Amenhotep) III.
Datierung engl.: Amenhotep III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf einer Statuette der Königin Teje
Übersetzung: Head of queen Tiye
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 32,7 x 7,8 x 8,2 cm

Objektbeschreibung

Das kleine Porträtköpfchen der Königin Teje gehört zu den ausdrucksvollsten Bildwerken der altägyptischen Kunst. Selbst wenn das Gesicht grundsätzlich den künstlerischen Normen der Zeit folgt, dürften auch individuelle Züge dieser bemerkenswerten Frauengestalt aus der altägyptischen Geschichte mit eingeflossen sein.
Teje wurde als Tochter des „Priesters und Rindervorstehers des Gottes Min“ Juja und dessen Gemahlin Tuja um 1400 v. Chr. geboren und war somit nicht königlicher Herkunft. Die Familie stammte aus Achmim in Mittelägypten. Die bürgerliche Herkunft der Teje wurde durch die Nennung der Eltern im Rahmen des offiziellen Protokolls auf der Serie der so genannten „Hochzeitsskarabäen“ weithin propagiert. Die markanten Gesichtszüge dieses kleinen Statuettenköpfchens erwecken in uns subjektiv den Eindruck einer energischen Frau und starken, gebieterischen Königin, was durchaus der realen Stellung der Teje entsprochen haben dürfte, aber letztlich nichts über ihr tatsächliches Aussehen aussagen kann.
Allerdings erhob Amenophis III. seine „Große Königliche Gemahlin“ in eine absolute Sonderstellung, da sie ihm nahezu gleichberechtigt an die Seite gestellt wurde. So übernahm sie auch in offiziellen Kulthandlungen den weiblichen Part göttlicher Rollen, was u. a. das Tragen der Doppelfederkrone mit Sonnenscheibe und Kuhgehörn in Anlehnung an die Göttin Hathor erklärt.
Von der Übernahme dieser Symbolik legt auch dieses Figürchen Zeugnis ab, wobei der wohl mit Uräus-Schlangen geschmückte, ringförmige Kronenuntersatz zwischen Perücke und Doppelfederkrone verloren ist und so der ursprüngliche Eindruck der Statuette verfälscht wird. Hinzu kommt, dass man auch die erste Version der Kopfbedeckung unter der später aufgelegten und mit kleinen blauen Perlen besetzten Haube kaum erfassen kann. Erkennbar sind noch die prächtigen Ohrgehänge sowie ein Teil der schwarz korrodierten silbernen Haube, in die zwei Uräusschlangen über der Stirn der Königin eingelassen gewesen waren, deren Schlangenkörper sich unter der zweiten Kopfbedeckung abzeichnen. Mit Hilfe computertomographischer Aufnahmen aus dem Jahr 1995 konnten dagegen alle Details der ursprünglichen Gestaltung virtuell rekonstruiert werden.
Über den Zweck dieser Umarbeitung ist sich die Fachwelt bislang nicht einig, doch dürfte der Zeitpunkt erst während der Amarna-Zeit oder unmittelbar danach anzunehmen sein. Auch die Funktion der ehemals ca. 35 cm großen Statuette, die aus den königlichen Anwesen von Medinet el-Gurob im Fayum stammt, bleibt ungeklärt.
Entgegen anderslautender Interpretationsansätze wird an dieser Stelle die Umarbeitung allerdings nicht mit einer Erhebung Tejes zu einer Gottheit in Verbindung gebracht, da das Tragen eines Uräen-geschmückten Kalathos mit Doppelfederkrone, Sonnenscheibe und Kuhgehörn nicht nur bei Teje und Nofretete, sondern auch bei Anch-es-en-Amun und allen folgenden Königinnen zum gängigen Erscheinungsbild gehört. Die kugelförmige Perückenumarbeitung, die der Form des darunterliegenden „Chat“-Kopfputzes folgt, sollte hier nicht überinterpretiert werden. „Göttlich“ ist die Rolle der Teje allemal, aber sie wurde sicherlich weder wie die Stammmutter der 18. Dynastie, „Ahmes-Nefertari“, in den Status einer Art „heiliger Patronin“, noch in den einer „Göttin“ erhoben.
Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 202 (Kat.-Nr. 4).

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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