Logo

Kniefigur des Sa-Iset mit Stele (Stelophor)

Ident. Nr.: ÄM 2314

ObjID: obj:606675

Details (Expert)

Datierung
18. Dynastie
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 30 x 14,5 x 17,5 cm

Objektbeschreibung

Sa-Iset kniet am Boden. Er hat die Arme in Gebetshaltung erhoben und berührt mit den Handflächen die vor ihm stehende Stele. Der Dargestellte trägt einen langen, von den Hüften bis zu den Knöcheln reichenden Schurz. Der Kopf wird von einer Strähnenperücke bedeckt, die jedoch die Ohren frei lässt. Ein kurzer Knebelbart ziert das Kinn. Er ist, ebenso wie die Perücke, die schwarz bemalt. Für die Hautfarbe wurde ein rotbrauner, der Körperfarbe des Mannes entsprechender Farbton verwendet. Das Giebelfeld der Stele ist mit den Symbolen für Dauer (der Ring in der Mitte) und für Schutz (die beiden Udjat-Augen) geschmückt. Darunter folgt der Text: "Anbetung des Re am Morgen, wenn er am Horizont des Himmels auf. geht, durch den Goldschmied des Amun, Si-Ese; er sagt: Gruß dir, Re, wenn du aufgehst, Verborgener, Gottesmacht. Wenn du aufgehst, erleuchtest du die beiden Länder. Du fährst über den Himmel, freudig, mit weitem Herzen in der Mandjet-Barke, wahrhaft vollkommen."

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper