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Figurengruppe mit der thronenden Neith und vor sich zwei Horusknaben sowie den Stifter

Ident. Nr.: ÄM 11012

ObjID: obj:606859

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Jacoby,
Vorbesitzer*in
Weitere Titel
Sammlungstitel: Figurengruppe mit der thronenden Neith und vor sich zwei Horusknaben sowie den Stifter
Übersetzung: Figure group of enthroned goddess Neith and two Horus sons and benefactor
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 14,4 x 5,8 x 10,8 cm

Objektbeschreibung

Diese bronzene und teilvergoldete Figurengruppe lässt sich in die ägyptische Spätzeit datieren, genauer in die Regierungszeit von König Necho II (610 – 595 v. Chr.), der in der 26. Dynastie regierte. Die Figurengruppe stammt vermutlich aus der Stadt Sais im ägyptischen Delta. Die Hauptgöttin von Sais war Neith, die auch die Göttin der Schöpfung und des Krieges war. Im Zuge der 26. Dynastie wurde Sais zur Hauptstadt des Reiches, und Neith entwickelte sich zur Reichsgöttin und erlangte eine deutlich größere Bedeutung. 
Im Mittelpunkt dieser Figurengruppe und am Größten dargestellt ist die Göttin Neith, die thronend über die zwei Kindgötter und den Stifter hinweg blickt. Neith ist mit einem anliegenden Gewand dargestellt. Sie sitzt auf einem kleinen Thron, der nur eine niedrige Rückenlehne aufweist. Auf ihrem Kopf trägt sie die Krone von Unterägypten, die heute teilweise zerstört ist. Ihre Hände sind zu Fäusten geballt und ihre Füße ruhen auf einem kleinen Hocker. Die Augen der Göttin waren vergoldet. Zudem finden sich Oxidationsspuren an der Krone, am Brustschmuck und an den Armringen, was ebenfalls auf eine Vergoldung schließen könnte. 
Die beiden Horus-Knaben sind nackt, mit Jugendlocke und mit ihrem rechten Finger am Mund dargestellt. Der von Neith aus rechts dargestellte Horusknabe trägt die Doppelkrone, während der von Neith aus links dargestellte die Krone von Unterägypten trägt. In geringerem Abstand davor befindet sich der Stifter, der knieend dargestellt ist und einen Weinkrug hält. Auf dem Sockel befindet sich eine Inschrift. 
Diese Figurengruppe ist nicht ungewöhnlich. Die Konzeption von Neith zusammen mit den beiden Horussöhnen ist ein typisches Motiv des Kultes von Sais, denn alle bekannten Objekte, die diese Figurengruppe zeigen, stammen aus Sais. Die beiden Horussöhne verkörpern den Kult der Neith, wie er in der Person der Göttin für die beiden Hälften Ägyptens repräsentiert wird: als Neith des Südens und als Neith des Nordens.
Das Besondere an dieser Figurengruppe ist jedoch die Darstellung des Stifters vor der Göttin Neith. Möglicherweise war er ein Priester der Neith, der ein großes Ansehen genoß und eng mit der Göttin, durch z.B. den Kult, verbunden war und sich aufgrund dessen dazu entschied, sich zusammen mit der Göttin darstellen zu lassen. 
Er könnte auch „nur“ eine Person von besonders hohem Rang gewesen sein, beispielsweise ein Familienangehöriger des Königs, der die Möglichkeit hatte, sich gemeinsam mit der Gottheit darstellen zu lassen und sich mit der Darstellung von Neith verewigen wollte. Vielleicht war er auch ein Militärbeamter – Neith war schließlich eine Kriegsgöttin – der bei einem im Namen der Göttin aufgeführten Auftrag ums Leben kam und deshalb von seinen Nachkommen in dieser Form dargestellt wurde. 
M. Suckau

Letzte Aktualisierung: 19.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).