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Kopf einer Königin

Ident. Nr.: ÄM 21220

ObjID: obj:607025

Credit: Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf einer Königin
Übersetzung: Head of a queen
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 29 x 14,9 x 16,5 cm

Objektbeschreibung

Der obere Zapfen dieses Kopfes diente als Aufsatzbefestigung einer königlichen Kopfbedeckung, wodurch die Skulptur mit Sicherheit einer Königin zugeschrieben werden kann. Häufig wird sie mit Nofretete identifiziert, die hier aufgrund der sanften Züge in der Blüte ihrer jungen Jahre erscheint. Der Kopf als Teil einer Kompositstatue reiht sich aufgrund seiner Ausarbeitung in die Reihe dreier weiterer Bildnisse der Nofretete (ÄM 21300, ÄM 21358, ÄM 21263) ein, die in der Werkstatt des Thutmosis aufgefunden wurden. Dorothea Arnold weist die Fertigung der genannten Köpfe verschiedenen Bildhauern zu und glaubt bei ÄM 21263 sowie bei diesem Kopf aufgrund der Stilistik an denselben Künstler. Die schwarzen Vorzeichnungen an Stirnbinde, Nase, Nasenlöchern, Augen, Augenbrauen, Ohr und Ohrläppchen sowie die Korrekturzeichnungen am Hals lassen erkennen, dass sich der Kopf noch in seiner Bearbeitungsphase befand. In den weiteren Arbeitschritten waren die Politur und vermutlich eine Bemalung des Kopfes vorgesehen, wie es schon die mit einem Hauch von Rot versehenen, perfekt geschwungenen Lippen andeuten. Die leicht angedeuteten Wangenmuskeln, die Grübchen um die Mundwinkel und die breitere Nase verleihen dem etwas rundlichen Kopf sehr natürliche, aber doch idealisierende Züge, was für eine spät-amarnazeitliche Entstehung spricht. Die jugendliche Frische gibt einigen Forschern den Anlass, dieses Abbild der Merit-Aton, Tochter von Echnaton und Nofretete, zuzuweisen. Aufgefunden wurde dieses von Borchardt beschriebene „Prachtstück“ in Raum 19, unmittelbar vor dem Durchgang, der zum „großen Hof“ von P 47.2/3 führte und später vermauert wurde. Viele der Gipsmodelle kamen in unmittelbarer Nähe zum Vorschein.
Aus: Mettlen, J., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 344 (Kat.-Nr. 126).

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Dieser demotische Brief datiert in die 27. Dynastie des Alten Ägypten, genauer auf den 21. April 492, und stammt von der Nilinsel Elephantine. Es handelt sich um den Brief des persischen Statthalters (Satrapen) Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine, nach welchen Kriterien der persische König Dareios I. eine Person als ungeeignet für die Ausübung des Amtes eines Wab-Priesters hält. Hier zeigt sich, dass der persische Herrscher mit den ägyptischen Priestern zusammenarbeitete, sich aber seine Entscheidungsbefugnisse bezüglich der Besetzung von Priesterstellen nicht nehmen ließ. Der Brief wurde nach der Interpretation von Karl-Theodor Zauzich geschrieben von Satibar , während Wahibre als Gegenzeichner fungierte.Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Demotische. Dabei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kursivschrift des Alten Ägypters, die gerade in persischer und griechisch-römischer Zeit eingesetzt wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche demotische Papyri und Ostraka dieses Zeithorizonts.http://elephantine.smb.museum/record/ID100460V. Lepper / J. Moje