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Unfertiges Relief mit Darstellung zweier königlicher Personen

Ident. Nr.: ÄM 20716

ObjID: obj:607028

Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Unfertiges Relief mit Darstellung zweier königlicher Personen
Übersetzung: Unfinished relief depicting two royal personalities
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17,2 x 13,4 x 2,3 cm

Objektbeschreibung

Das unfertige Relief eines unbekannten Bildhauers wurde am 11. Dezember 1911 in einem kleinen Haus Achet-Atons aufgefunden. Es zeigt auf der linken Seite einen sitzenden Pharao, der einen Becher auf Mundhöhe hält. Ihm wird mit Hilfe eines kleinen Gefäßes Wasser oder Wein von einer anderen königlichen Person eingeschenkt. Der Status beider Figuren ist an den Uräen, welche sich am jeweiligen Kronenansatz befinden, zu erkennen. Über dem Paar ist die Sonnenscheibe, von der zwei angedeutete Strahlen abgehen, dargestellt. Das erhaben herausgearbeitete Relief zeigt lediglich die Umrisslinien der Personen. Es handelt sich bei dem Objekt um eine Stele im Rohzustand, welche sich noch mitten in der Fertigung befand. Vorzeichnungen mit schwarzer Tinte waren laut Inventarbuch direkt nach der Auffindung noch vorhanden, sie sind heutzutage jedoch nicht mehr erkennbar. Seit vielen Jahren gibt es Kontroversen über die Identität der dargestellten Personen. Der auf der linken Bildseite thronende König kann eindeutig als männliche Person identifiziert werden, während das Geschlecht der ihm gegenüberstehenden Person nicht klar zu bestimmen ist. Die füllige Brust und weite Hüften sprechen für eine Frau, jedoch sind diese Merkmale ebenfalls bei männlichen Personen der Amarnazeit zu beobachten. Des Weiteren sprechen der kurze, nicht ausgearbeitete, aber wohl nur knielange Schurz sowie die blaue Chepresch-Krone für eine männliche Person. Borchardt nahm an, dass das Relief ursprünglich aus der Bildhauerwerkstatt O 49.14 stammte und dann in das Haus O 49.12 verschleppt wurde. Er begründet seine Vermutung allerdings nicht. Der Zweck des Objektes könnte nach der Vollendung die Verwendung als Hausaltar gewesen sein.
Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 412 (Kat.-Nr. 200).

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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