Logo

Statuette eines Schreibers

Ident. Nr.: ÄM 14445

ObjID: obj:607038

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
späte 18. Dynastie
Datierung engl.: late 18th Dynasty
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette eines Schreibers
Übersetzung: Statuette of a scribe
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 8,5 x 5,1 x 5,2 cm

Objektbeschreibung

Der Schreiber in seinem langen plissierten Gewand ist hockend mit einem ausgebreiteten Papyrus auf dem Schoß dargestellt. In der rechten Hand hält er sein Schreibgerät. Das Gewand, die schulterlange Perücke sowie die mandelförmigen Augen sprechen für eine Datierung in die späte 18. Dynastie. Die Statuette könnte entweder als Grabbeigabe oder als Stiftung in einen Tempel gedient haben. Der Beruf des Schreibers war einer der angesehensten im alten Ägypten, so dass es nicht verwunderlich ist, dass viele Beamte sich auch als Solchen haben darstellen lassen.
(J. Jancziak)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper