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Hieroglyphischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen"

Ident. Nr.: P 9510

ObjID: obj:607041

Schenkung James Simon

Details (Expert)

Beteiligte
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Ptolemäerzeit (Griechisch–Römische Zeit -> Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieroglyphischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen"
Übersetzung: Hieroglyphic papyrus with an excerpt from the "Book of Breathing"
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 20,7 x 35,5 cm

Objektbeschreibung

Dieser hieroglyphische Papyrus enthält einen Auszug aus dem "Buch vom Atmen". Das ist ein religiöser Jenseitstext aus dem Umfeld des Totenbuches, der in mehreren verschiedenen Versionen existiert und seit der Ptolemäerzeit als solcher belegt ist. Anrufungen an diverse Gottheiten sollen den Verstorbenen im Jenseits beschützen und sein dortiges Leben gewährleisten, indem sie ihm u.a. Nahrung, aber auch Atemluft zur Verfügung stellen.
J. Moje

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper