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樹皮衣

Ident. Nr.: I A 4701

ObjID: obj:623371

Details (Expert)

Beteiligte
Max August Scipio von Brandt (8.10.1835 - 24.8.1920),
Sammler*in
Heinrich von Brandt (1868),
Nachlasser*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit (Ende)
Weitere Titel
Sammlungstitel: 樹皮衣
atuchi
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Material / Technik
Ulmenbastgewebe; Stoff
Abmessungen
Objektmaß: 123 x 115,6 cm (lt. Karteikarte)

Objektbeschreibung


Dieses lange Gewand gehört zu den attush-Gewändern der Ainu. Sie werden traditionell aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die meist von der Ulme stammen. Die attush sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. 
Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.
Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.
Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.

Die Applikationen von diesem attush sind aus blau-beige gestreiftem Baumwollstoff und dunkelblauer Hexenstich-Stickerei aus Nesselgarn.
Am Rücken sind auf den applizierten Baumwollstoff an neun Stellen schmale weiße Baumwollstreifen kreuzförmig aufgebracht. Charakteristisch ist das Muster der geschwungenen Linien.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum