Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Meiji-Zeit (Mitte), vor 1879
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Ulmenbastgewebe, Baumwollstoff, nesselgarn
- Abmessungen
- Objektmaß: 126,4 x 130 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/623447
Objektbeschreibung
Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.
Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.
Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.
Dieses Attush Gewand ist aus Ulmenbast mit blauen Baumwollfäden gewebt, und mit dunkelblauen Baumwollapplikationen und hellblauen linearen Mustern bestickt.
An Kragen, Saum und Ärmel Applikationen aus dunkelblauem Baumwollstoff, die mit Nesselgarn bestickt sind. Die waagerechten Stoffstreifen vorn sind eigentümlich. An der Schulterpartie ist der Stoff eingeschlagen und festgenäht, um die Ärmel zu kürzen. Unter dem rechten Ärmel ist eine kurze Schnur.
Publ.in: Tekekarpe-Textilkunst und anderes Kunsthandwerk der Ainu aus deutschen Sammlungen, FRPAC, Shiraoi, 1999, S.59, Nr.39.
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026
Kontakt
Einrichtung:
Ethnologisches Museum
E-Mail:
em@smb.spk-berlin.de