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Bildnis Theodor Fontane

Ident. Nr.: SZ Liebermann 27

ObjID: obj:749910

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Max Liebermann (1847-1935),
Zeichner*in
Theodor Fontane (1819-1898),
Dargestellt
Datierung
Herstellung: 1896
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 38,6 x 31,4 cm

Objektbeschreibung

1896 veröffentlichte Max Liebermann in der Zeitschrift »Pan« eine Studie über Edgar Degas und zeichnete im gleichen Jahr für dieselbe Zeitschrift ein Porträt des Dichters und Schriftstellers Theodor Fontane, Im »Pan«, der im Verlag von Fontanes Sohn in Berlin erschien, wurden auch Gedichte Fontanes abgedruckt. Der knapp fünfzigjährige Liebermann gibt den über fünfundzwanzig Jahre älteren Fontane im Brustbild frontal und durch die sehr aufrechte Haltung in streng und offiziell wirkender Pose wieder, wie sie ihm für den Zweck wohl am geeignetsten erschien. Die nach unserer Zeichnung entstandene Lithographie (Schiefler 1923, Nr. 42) festigt die Züge Fontanes noch durch kräftigere Schattierungen. Der forschende Blick, der ernst auf den Betrachter gerichtet ist, erscheint in einer zweiten Zeichnung, die wahrscheinlich nebenher entstand, eher fragend ins Leere gerichtet. In dieser Zeichnung, die sich im Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen befindet, entspricht der leicht geneigte Kopf eher der vielleicht charakteristischen Haltung des alten Fontane, wie sie in einer Photographie, die ihn mit dem Federkiel in der Hand an einem Tisch sitzend zeigt, festgehalten worden ist. Von dem merkwürdigen Lächeln seiner Augen dort in einem sehr zart und sensibel wirkenden Gesicht mit feiner gerader Nase ist in Liebermanns Porträt-Zeichnung wenig zu spüren. In dem Bremer Blatt ahnt man vielmehr die schwere Erkrankung, die sich in einer Nervenkrise geäußert hatte, die Fontane aber 1893 beim Schreiben seiner Lebenserinnerungen noch einmal überwinden konnte, so daß er 1896 wieder so gefestigt war, einen neuen großen, seinen letzten, Roman »Der Stechlin«, beginnen zu können. Das Erscheinen des gesamten Buches, das man als Vermächtnis und Fazit seiner Lebensanschauungen sehen muß, hat Fontane nicht mehr erlebt. Er starb im September 1898 in Berlin.

Text: Marie Ursula Riemann-Reyher, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 413 f., Nr. VII.64 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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