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Mittlerer Sarg des Mentuhotep

Ident. Nr.: ÄM 10

ObjID: obj:756608

Details (Expert)

Datierung
Mittleres Reich
Datierung engl.: 2119 BCE to 1794 BCE, Middle Kingdom
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mittlerer Sarg des Mentuhotep
Übersetzung: Middle rectangular coffin of Mentuhotep
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge x Breite x Höhe: 2,2 x 0,64 x 0,76 m

Objektbeschreibung

Das dreiteilige Sargensemble des Haus- bzw. Gütervorstehers Mentuhotep aus der 12. Dynastie wurde am 6. Dezember 1823 zusammen mit den Grabbeigaben in seinem Grab in Assasif intakt aufgefunden. Der äußere Sarg fiel leider dem zweiten Weltkrieg zum Opfer. Der bemalte mittlere Sarg ist ein für das Mittlere Reich typischer Kastensarg aus Holz.
Auch typisch für seine Entstehungszeit ist das Dekorationsschema, das der Auffassung vom Sarg als Wohnhaus des Verstorbenen für die Ewigkeit entspricht. Die vertikalen und horizontalen Inschriftenbänder gliedern die Außenseiten in mehrere Bildfelder, in denen das Motiv ägyptischer Palastfassaden dargestellt ist. In dem rechten Feld der linken Längsseite sind zudem ein Paar sogenannter Udjat-Augen zu sehen. Sie richteten sich nach der zeittypischen Seitenlage der Mumie im Sarg. Somit stellt das Augenpaar nicht nur die Verbindung des Verstorbenen mit der Außenwelt dar, sondern es dient auch zum magischen Schutz des Toten.
Die Innenseiten des Sarges sind ebenfalls dekoriert. Unterhalb der hieroglyphischen Opferformel sieht man die Darstellungen verschiedener auf den Tischen gestellter Möbel, Kleider, Speisen, Getränke usw. Mithilfe dieser Darstellungen sollte alles, was man im irdischen Leben genießen konnte, dem Toten auch im Jenseits zur Verfügung gestellt werden. Die darunter befindlichen Sprüche gehören zu den sogenannten Sargtexten. Es sind Sprüche, die sich auf die Transformation des Verstorbenen in eine neue und ewige Existenz im Jenseits beziehen.
(I. Liao nach: Germer, R., Das Geheimnis der Mumien. Ewiges Leben am Nil, 2. erweiterte Ausgabe, München / New York 1998, S. 137ff.)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper