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Stele des Hori, Schreiber des Pharao

Ident. Nr.: ÄM 2081

ObjID: obj:757182

Details (Expert)

Datierung
Datierung engl.: Ramesses VII
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stele des Hori, Schreiber des Pharao
Übersetzung: Stela of the royal scribe Hori
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 100 x 65 x 15 cm

Objektbeschreibung

Die großformatige Stele des Hori gliedert sich in drei Register. Im oberen Bildfeld befindet sich rechts König Ramses VIII. vor einer Göttergruppe und reicht dieser eine Figur der Göttin der Wahrheit namens Maat. Bei den Göttern handelt es sich um Onuris-Horus in einem langen gelben Gewand mit Federkrone, Osiris in Mumiengestalt, Osiris als Mann mit der Federkrone, Harendotes und Isis.
Der zehnzeilige Haupttext des Denksteins beinhaltet zunächst ein Gebet für Pharao Ramses VIII. an die oben dargestellten Götter. Hori bittet darin, dass die Götter dem König „Millionen an Sed-Festen und Hunderttausende an (Regierungs-)Jahren“ geben mögen. Das Sed-Fest wurde 30 Jahre nach Regierungsantritt des Königs gefeiert und erneuerte durch ein Ritual seine physische und magische Macht. Im weiteren Verlauf des Textes berichtet Hori, dass er als Abgesandter des Königs aus seiner Heimatstadt Busiris nach Abydos kam, um dort zahlreiche derartige Feste für Ramses VIII. von den Göttern zu erbitten. Sein Titel „Schreiber des Pharao“ weist vermutlich auf eine Stellung als persönlicher Sekretär des Königs hin. Im unteren Bildteil der Stele sind Hori und seine Familienmitglieder mit ihren jeweiligen Titeln abgebildet, wobei Hori an zweiter Stelle hinter seinem Vater kniet.
Bei dieser Stele fällt vor allem die Darstellung des Gottes Onuris-Horus auf. Er steht als Erster im oberen Register in der Göttergemeinschaft vor dem Pharao und hebt sich durch sein gelbes Gewand und seine gelbe Federkrone von den anderen Gottheiten ab. Onuris zählt zu den Lokalgottheiten der Stadt Thinis, die in der Nähe von Abydos in Mittelägypten lag. Er wird nach der altägyptischen Mythologie als „Kampf- und Jagdgott“ bezeichnet, da er die Feinde Ägyptens niederschlug. Die ihm folgenden Götter zählen zu den bekanntesten: Osiris, Harendotes und Isis. Osiris ist der Gott der Verstorbenen, aber auch der Fruchtbarkeit und des Lebens. Er wird mumiengestaltig und mit der Atef-Krone dargestellt und verkörpert das Symbol der Wiederauferstehung und des ewigen Lebens. Direkt hinter ihm steht laut Inschrift ebenfalls Osiris als Mann mit einer Doppelfederkrone und Widdergehörn. Harendotes, der vierte Gott in der Reihe und Sohn von Osiris, erscheint mit Falkenkopf und Doppelkrone. Als letztes folgt Isis, die Mutter- und Schutzgöttin sowie Schwester-Gemahlin des Osiris. Häufig ist sie mit einem Kuhgehörn und einer Sonnenscheibe bekrönt, doch hier trägt sie auf dem Kopf das Zeichen eines Sitzes, welches mit der Schreibung ihres Namens identisch ist.
M. Jung

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).