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Schabti in der Tracht der Lebenden des Huy

Ident. Nr.: ÄM 4403

ObjID: obj:757207

Details (Expert)

Weitere Titel
Sammlungstitel: Schabti in der Tracht der Lebenden des Huy
Übersetzung: Shabti in the dress of the living of Huy
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 23,7 x 6,6 x 5,5 cm

Objektbeschreibung

Als "Schabtis", ab dem 1. Jtsd. v. Chr. "Uschebtis", bezeichneten die antiken Ägypter kleine, meist mumienförmige Statuetten, die als Grabbeigaben dienten. Zuerst als Abbild des Verstorbenen intendiert, sollten sie später anstelle ihres verstorbenen Besitzers dessen zu leistende Arbeiten im Jenseits ausführen.
J. Moje

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

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Im Jahr 1908 wurde der anthropomorphe Holzsarg des zweiten Priesters der Neith Chai-Hor aus Kom Ombo, Sohn von Nechet-Hor-heb und Cha-bas, zusammen mit der darin befindlichen Mumienhülle aus Kartonage und der Mumie nach Berlin gebracht. Ursprünglich gehörte zu dem Ensemble noch ein äußerer Sandsteinsarkophag.Der Holzsarg des Chai-Hor wurde schwarz grundiert und polychrom dekoriert. Der proportional sehr große Kopfteil des bauchigen Holzsarg, dessen Vorderteil mit dem Gesicht und einem Teil der Perücke extra ausgearbeitet und an den Deckel befestigt wurde, hat eine fast quadratische Form. Das breite Gesicht des Sargdeckels ist umrahmt von einer schwarzen Perücke, deren einzelnen Haarsträhnen durch Längs- und Querstriche in gelber Farbe gekennzeichnet werden. Die Innenzeichnungen zeigen deutlich, dass es sich hier um eine gestufte Perücke handelt, die sich in der Ptolemäerzeit großer Beliebtheit erfreute. Unterhalb des schmalen Blütenhalskragens lässt sich eine Darstellung eines geflügelten Skarabäus mit einer Sonnenscheibe zwischen den Vorderbeinen erkennen, gefolgt von der knienden Himmelsgöttin Nut mit ausgestreckten Flügeln. In den darunter befindlichen drei Registern sieht man die Darstellungen der verschiedenen Gottheiten vor den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Osiris: Im oberen Register die erste Erscheinungsform des Osiris. Sie wird von Isis und Nephthys angebetet, die jeweils von zwei Horussöhnen flankiert werden. Im mittleren Register folgt die Darstellung von Horus und Thot vor einem Djed-Pfeiler mit dem Kopf des Osiris. Im unteren der drei Register sind Isis und Nephthys in Gestalt der geflügelten Göttinnen noch einmal abgebildet, die mit ihren ausgebreiteten Flügeln den mumienförmigen Osiris beschützen. Den Abschluss der Dekoration des Sargdeckels bilden die Darstellungen weiterer mumienförmiger Gottheiten, Anubis und Upuaut in Gestalt zwei sich gegenüberstehenden, auf Schreinen liegenden Schakalen im Fußbereich, sowie auf der Vorderseite der Basis die Szene des von Maat zu den vier mumiengestaltigen Gottheiten geführten Verstorbenen. Des Weiteren begrenzen Inschriftenbänder die Dekoration des Sargdeckels seitlich. Sie sind auch auf den Seiten der Sargwanne vorhanden.(I. Liao)

Hieratischer Papyrus mit der Lebensgeschichte des Sinuhe, Text B und R

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Dies ist der berühmte Text der Lebensgeschichte des Sinuhe. Dieser Text gehörte zur klassischen Literatur des Alten Ägypten in mittelägyptischer Sprache. Die Autobiographie des Sinuhe (Sohn der Sykomore) gehört zu den sprachlich reichsten Literaturwerken Ägyptens und hatte einen festen Platz in der Schulliteratur des Neuen Reiches. Die Handlung spielt im Mittleren Reich, aufgeschrieben wurden die Erlebnisse des Sinuhe im Ausland erst etwa 200 Jahre später auf einer für die frühere Epoche typischen schmalen Papyrusrolle in senkrechten und in den später üblichen waagerechten Zeilen. Sinuhe war ein königlicher Haremsbeamter und Gefolgsmann auf Feldzügen. Er wird zufällig Zeuge, als ein Bote dem Kronprinzen und Mitregenten Sesostris die Nachricht vom Tode seines Vaters Amenemhet I. bringt, der einer Verschwörung zum Opfer gefallen war. Als hoher Beamter fürchtete Sinuhe offensichtlich, der Mitwisserschaft verdächtigt zu werden, und flieht nach Palästina. Dort findet er freundliche Aufnahme bei dem Fürsten von Jaa, denn Sinuhes großes Ansehen am ägyptischen Hof war über die Grenzen hinweg bekannt. Der Fürst verheiratet ihn mit seiner Tochter und übergibt ihm die schönsten Länder seines Herrschaftsgebiets. Als Befehlshaber führt Sinuhe die Truppen und kehrt aus jedem Feldzug mit reicher Beute heim. Seine Erfolge wecken Neid und führen schließlich zum Zweikampf mit einem Nachbarn, den Sinuhe gewinnt. In Frieden und Wohlstand verbringt Sinuhe seine Jahre, doch seine Sehnsucht nach der Heimat wird immer stärker. Ein Brief des Pharaos Sesostris I. ruft ihn nach Ägypten zurück. Ein großartiger Empfang wird Sinuhe an der Grenze bereitet und er darf seinen Lebensabend mit besonderen Privilegien in Ägypten verbringen.I. Müller

Innerer, anthropomorpher Sarg der Tairkap (Deckel)

Innerer, anthropomorpher Sarg der Tairkap (Deckel)

Im Alten Ägypten war es, bis auf wenige Ausnahmen, üblich, Frauen etwas einfacher für das Jenseits auszurüsten als Männer. Dies spiegelt sich im Sargensemble der Tarekap deutlich wieder. Auch wenn alle Sargkomponenten in einer handwerklich hoch stehenden Qualität angefertigt worden sind, beschränkt sich die Dekoration auf ein knappes Maß an Illustrationen. Sowohl Deckel als auch die Wanne des inneren Sargs wurden gänzlich mit Texten aus dem Totenbuch überzogen. Dem schließen sich ausführliche genealogische Angaben mit einer Aufzählung verstorbener Verwandter an. Da die Holzsärge aus dem Grab des Amunpriesters Paestenfi stammen (ÄM 52/01), ist auch die Zugehörigkeit der Verstorbenen zur thebanischen Oberschicht nicht verwunderlich. Tarekap selbst trägt in den Inschriften den Titel der „Verhüllten“, ein Hinweis auf ihren Status als Frau eines Priesters. Mit dem Anch-Zeichen, einem Symbol, das für das Weiterleben im Jenseits steht, wurde sogar der Sockel des Sargdeckels mit hieroglyphischen Zeichen ausgeschmückt. Die ikonographische Ausstattung des Sargdeckels wurde weitgehend konventionell gehalten. Vom Mittelteil des Sargdeckels führen je fünf paarweise Darstellungen ab, die außer den vier Horussöhnen zwei Erscheinungsformen des Gottes Anubis, die Gottheiten Geb und Nut sowie zwei Udjat-Augen zeigen – eine Aufteilung, die in leichten Variationen typisch für diese Zeit war. Auch die Darstellungen der geflügelten Göttinnen Nut und Isis am Scheitel sowie im Fußbereich des Sargs waren gängige Motive. Im Kontrast zu den eher unscheinbaren Darstellungen und den schwarzen Hieroglyphen auf weißem Grund finden sich allerdings vor allem in der oberen Hälfte des mumienförmigen Sargs einige Farbakzente. Ein feines Accessoire stellt die wie eine Vignette gemalte Darstellung der Toten im Brustbereich dar. Als Zeichen ihres Weiterlebens im Jenseits liegt der Leichnam der Tarekap dort auf einer Bahre unter einer strahlenden Sonnenscheibe. Neben dem bunten Blütenkragen verleiht dem Sarkophag vor allem das von einer schwarzen Perücke umgebene, grün bemalte Gesicht ein bemerkenswertes Aussehen – mit Bezug auf den Gott der Unterwelt Osiris ein Symbol der Regeneration."(Olivia Kühne)