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Grabstele des Prinzen Taktidamani mit einer Inschrift in Kursivmeroitisch

Ident. Nr.: ÄM 2253

ObjID: obj:757641

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Datierung
Takideamani
Datierung engl.: Takideamani
Weitere Titel
Sammlungstitel: Grabstele des Prinzen Taktidamani mit einer Inschrift in Kursivmeroitisch
Übersetzung: Funerary stela of prince Taktidamani bearing an inscription in cursive Meroitic
Geografische Bezüge
Material / Technik
Basalt (Material / Stein)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 47,5 x 31,3 x 11,5 cm
Höhe x Breite: 47 x 30,5 cm (lt. Inv.)
Gewicht: 36,46 kg

Objektbeschreibung

„Die Könige von Kusch und ihre Angehörigen sind unter steilwandigen Pyramiden begraben worden, an deren Ostseite Opferkapellen angebaut waren. In der in den Pyramidenkörper einschneidenden inneren Westwand der Kapellen stand die Grabstele. Im Bildfeld der Stele des Prinzen Taktidamani tritt der Verstorbene betend vor den thronenden Osiris, der von seiner Gemahlin Isis mit den geflügelten Armen schützend umfangen wird. In der rechten Hand hält die Göttin die Feder der Maat, in der linken ein Gefäß, aus dem die Wasserspende fließt. Die Würde des Prinzen ist durch den über die Schulter gelegten und über der Brust verknoteten Umhang und ein Diadem kenntlich, die rechte Hand hält die Lotosblüte und einen Palmzweig. Alte ägyptische Tradition ist die geflügelte Sonnenscheibe über der Szene. Unter dem Bilde enthalten sechs Zeilen in archaischen meroitischen Kursivzeichen die Opferformel. Sie gehört zu den Texten, die teilweise bereits verständlich sind: „O Isis, o Isis, dem Taktidamani, den Dokarora gezeugt hat, den Amaniteres geboren hat, gutes Brot möget ihr (?) gewährten (?), gutes … möget ihr …, o Isis, o Isis.“
Die meroitischen Grabstelen und die Opfertafeln, die ebenfalls mit der Opferformel beschriftet werden, enthalten häufig sehr ausführliche Angaben über die Verwandten des Toten und über seine Funktionen. Auch wenn noch längst nicht alle Titel in ihrem Bedeutungsgehalt sicher „übersetzt“ werden können, sind diese Stelen die wichtigste Quelle, die uns für die Rekonstruktion der Gesellschaftsstruktur des Reiches von Kusch bisher zur Verfügung steht. Die langen in meroitischer Sprache abgefaßten „historischen“ Steleninschriften der Könige aus den Tempeln sind noch fast völlig unverständlich.“
Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 259 (Kat. 158).

Letzte Aktualisierung: 21.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).