Logo

Pyramidion vom Grab des Ptah-mose

Ident. Nr.: ÄM 2276

ObjID: obj:757735

Details (Expert)

Datierung
Amenophis (Amenhotep) III.
Datierung engl.: Amenhotep III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pyramidion vom Grab des Ptah-mose
Übersetzung: Pyramidion from the tomb of Ptahmose
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 39,5 x 43 x 41 cm

Objektbeschreibung

Zu den oberirdischen Bauten monumentaler Grabanlagen hoher Beamter des Neuen Reiches gehörten in vielen Fällen auch kleinere Pyramiden, deren oberer Abschluss von einem separat gearbeiteten „Pyramidion“ gebildet wurde. Diese Pyramiden sind keine eigentlichen Grabstätten, sondern gehören als Oberbauten zum Gesamtensemble der Grabanlagen als Zeichen der inhaltlichen Verbindung des Jenseitsglaubens mit dem Sonnenkult. Für die Einbindung in den Sonnenlauf war die Ausrichtung der Grabanlage und der Pyramide nach den Himmelsrichtungen äußerst wichtig, und man legte ein besonderes Augenmerk auf die Ost- und Westseiten bei der Dekoration der Pyramidia.
Das Pyramidion des Ptah-mose zeigt den Grabherrn kniend und mit zum Gebet erhobenen Händen als halbplastische Figur innerhalb einer kapellenartigen Nische, die jeweils von einem Textband umrahmt wird. Auf der östlichen Seite, die dem Sonnenaufgang zugewandt war, steht zu lesen: „Der Siegler des Königs von Unterägypten, der Sem-Priester, der Hohepriester des Ptah, Ptahmose: Re preisen, wenn er im Horizont aufgeht: Er sagt: Du gehst schön auf, Herr der Götter. Wie schön ist das, was du mir getan hast auf Erden; ich habe meine Lebenszeit in Vollkommenheit verbracht; ich habe die Ehrwürdigkeit erreicht in Frieden.“ Auf der westlichen Seite preist Ptah-mose die untergehende Sonne mit den Worten: „Der Vorsteher der Priester von Ober- und Unterägypten, der Sem-Priester, der Hohepriester des Ptah, Ptah-mose: Re preisen, wenn er untergeht; er sagt: Wenn du untergehst, mein Herr Re, so gib, dass ich dir folge zur Dat (wörtlich: „Verborgener Raum“, d. h. „die Unterwelt“), auf dass die Götter zu mir sagen mögen: Willkommen, du Gelobter des Großen Gottes.“
Als Hohepriester des Schöpfergottes Ptah, der auch der Patron der Handwerker war, trägt Ptah-mose nicht nur einen passenden Namen „Ptah ist geboren“, sondern auch die typische Haartracht seines Amtes mit einem seitlich an der Perücke befestigten und unten eingedrehten, geflochtenen Zopf, der wie eine Jugendlocke aussieht. Aufgrund weiterer Objekte, die demselben Ptah-mose zugewiesen werden können und wohl ebenfalls aus seinem Grab in der memphitischen Nekropole stammen, kann seine Amtszeit in die Regierungszeit des Pharao Amenophis III. (1388–1350 v. Chr.) datiert werden.
(F. Seyfried)

Letzte Aktualisierung: 14.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper