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Oberteil einer Standfigur der Göttin Sachmet

Ident. Nr.: ÄM 2295

ObjID: obj:757816

Details (Expert)

Datierung
Amenophis (Amenhotep) III.
Datierung engl.: Amenhotep III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Oberteil einer Standfigur der Göttin Sachmet
Übersetzung: Upper part of a statue of the goddess Sekhmet
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 85,5 x 47 x 41 cm

Objektbeschreibung

Das Oberteil gehört zu einer großen Standfigur der Göttin Sachmet. Ihr ägyptischer Name bedeutet die „Mächtige“, was durch ihre löwenköpfige Darstellung noch betont wird. Sie verkörpert demnach einen wilden, furchteinflößenden und gefährlichen Aspekt. Auch ist Sachmet die Göttin des Krieges und begleitet den König im Kampf, um ihm zum Sieg über die Feinde zu verhelfen. Auf der anderen Seite ist sie aber auch eine Göttin, die vor Krankheiten schützt, und hat eine heilende Wirkung. Darüber hinaus kann Sachmet Katastrophen, wie Kriege, Stürme und Plagen, vorhersagen und abwenden.
Sie bildet mit den Göttern Ptah und Nefertem eine Triade und hatte ihren Hauptkultort in Memphis. Als Tochter des Re und an der Seite ihres Göttergemahls Ptah, ist sie eine der wichtigsten Göttinnen des altägyptischen Pantheon. Im Neuen Reich wird sie mit der Göttin Mut gleichgesetzt, der König Amenophis III. wohl mehr als 600 solcher Statuen in ihren Tempel in Karnak und in seinen Totentempel in Theben-West stiftete, von denen die vorderen saßen und die hinteren standen. Heute sind sie über die ganze Welt verteilt. In der Forschung wird vermutet, dass man jeden Tag einer anderen Statue Opfer darbrachte und vor ihr betete. Vielleicht sollten sie aber auch nur großes Unheil abwehren, wie z. B. die Pest, die wahrscheinlich zu dieser Zeit wütete und etliche Opfer forderte.
Sachmet wird immer als Frau mit Löwenkopf dargestellt. Letzterer ist bei dieser Statue detailliert wiedergegeben und wird von einer Löwenmähne umrahmt, die in eine dreiteilige Perücke übergeht und somit geschickt den Übergang von Löwe zu Mensch verdeckt. Die Göttin trägt einen breiten Halskragen. Ursprünglich umfasste sie mit ihrer linken Hand ein langes, knapp bis unter die Brüste reichendes Papyruszepter, von dem noch der obere Abschluss zu sehen ist. Ab dem Neuen Reich wird sie häufig mit den ihr typischen Attributen Sonnenscheibe, Uräusschlange, Anch-Zeichen und Papyruszepter dargestellt.
(J. Jancziak)

Letzte Aktualisierung: 27.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper