Logo

Grabstele des Rij

Ident. Nr.: ÄM 7290

ObjID: obj:760628

Details (Expert)

Datierung
späte 18. Dynastie
Datierung engl.: Late 18th Dynasty
Weitere Titel
Sammlungstitel: Grabstele des Rij
Übersetzung: Tomb stela of Ry
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 157 x 94,5 x 18 cm

Objektbeschreibung

Das Hauptfeld dieser hochrechteckigen Stele ist von einer plastisch hervorgehobenen oberen und seitlichen Rahmung mit jeweils einer Inschriftenzeile umgeben und weist damit die äußere Form eines Naos auf. Das obere Bildfeld zeigt den Steleninhaber Rij zusammen mit seiner Gattin Maia in Anbetung vor den Totengöttern Osiris, Isis und Nephthys. Im mittleren Register treten die beiden selbst als Opferempfänger vor einen mit Opferbroten gedeckten Tisch in Erscheinung. Die diesem Bild zugehörigen Inschriften beinhalten Opferformeln, in denen Rij sich verschiedene Gnaden, wie die Zuweisung von Opfergaben und -handlungen von verschiedenen Göttern erbittet. Aufgrund der Nennung des memphitischen Nekropolengottes Ptah-Sokar-Osiris ist anzunehmen, dass die Stele ursprünglich aus Rijs Grab in Sakkara stammt. Vergleichbare Beispiele zeigen, dass derartige Denkmäler an der Westwand der Kultkapelle memphitischer Kapellengräber aufgestellt waren und damit die zentrale Kultstelle der Anlage bildeten. Hier konnten die Hinterbliebenen verschiedene Kulthandlungen zugunsten des Verstorbenen praktizieren, um auf diese Weise seine jenseitige Versorgung sicherzustellen.
(A. Herzberg)

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper