Logo

Statuette einer nackten Nubierin mit dreigeteilter Haartracht

Ident. Nr.: ÄM 10238

ObjID: obj:761786

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
Mittleres Reich
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette einer nackten Nubierin mit dreigeteilter Haartracht
Übersetzung: Statuette of a naked female Nubian with three parted headdress
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9,1 x 3,1 x 2,6 cm

Objektbeschreibung

Die Statuette einer nackten Nubierin zeigt ausladende Hüften, den Ansatz eines runden Bauchs und die Andeutung von Brüsten. Das Gesicht gibt volle Lippen, eine sehr breite Nase, langgezogene, mandelförmige Augen sowie eine breite Stirn wieder. Umrahmt wird es von einer gelockten, dreigeteilten Haartracht. Dabei fallen zwei trapezförmige, breitere Strähnen zu den Seiten des Gesichts hin ab und umgeben dieses bis in Höhe des Kinns. Von den hinteren, äußeren Spitzen führt jeweils eine verlängerte Strähne bis hin zur Schulter. Die dritte Strähne ist am Hinterkopf zu sehen und fällt bis auf den Rücken in Höhe der Schulterblätter.
Seit prädynastischer Zeit wurden in Ägypten und Nubien Statuetten nackter Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit und als Garantie für eine Wiedergeburt mit in die Gräber von Frauen, Männern und Kindern gegeben.
(J. Jancziak)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper