Logo

Statuette einer kahlköpfigen Frau in Leinenstoff gewickelt, mit zwei Vierfach-Udjataugen-Amuletten, die an einer Schnur um den Hals befestigt sind

Ident. Nr.: ÄM 10257

ObjID: obj:761813

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
Spätzeit
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz (Material); Textil; Fayence, blau, grün
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11 x 3,5 x 3,5 cm

Objektbeschreibung

Die Statuette wurde 1887 von Dr. Carl August Reinhardt in Luxor käuflich erworben. Er trat im März 1888 in den Konsulatsdienst ein und war kurze Zeit später für mehrere Jahre als Dragoman des deutschen Generalkonsulats in Kairo tätig. Während seiner Amtszeit erwarb er für die Berliner Sammlung Hunderte Objekte. Wie so häufig bei Ankäufen, fehlt auch hier die Herkunftsangabe.
Es handelt sich bei der unbekleideten, weiblichen Statuette sehr wahrscheinlich nicht um eine Grabbeigabe. Aufgrund der Amulette und der fehlenden Arme ist wohl eher an eine magische Funktion zu denken. Diese steht womöglich mit einem Liebeszauber oder häuslichen Kult an Ahnen in Verbindung. Diese magische Komponente wird auch durch die beiden Amulette bzw. die Knotungen von diesen gestützt. Geschützt wurde die Statuette durch den gewebten Stoff, in den die Figur eingewickelt war. Nicht vollständig entkräftet werden kann, dass es sich um ein modernes Arrangement eines Antikenhändlers handelt, der willkürlich, wenngleich adrett, „Reste“ zusammengebunden hat. Bislang ist eine Einordnung der Holzfigur in die Spätzeit, von 664 bis 332 v. Chr., plausibel.
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

Im Jahr 1908 wurde der anthropomorphe Holzsarg des zweiten Priesters der Neith Chai-Hor aus Kom Ombo, Sohn von Nechet-Hor-heb und Cha-bas, zusammen mit der darin befindlichen Mumienhülle aus Kartonage und der Mumie nach Berlin gebracht. Ursprünglich gehörte zu dem Ensemble noch ein äußerer Sandsteinsarkophag.Der Holzsarg des Chai-Hor wurde schwarz grundiert und polychrom dekoriert. Der proportional sehr große Kopfteil des bauchigen Holzsarg, dessen Vorderteil mit dem Gesicht und einem Teil der Perücke extra ausgearbeitet und an den Deckel befestigt wurde, hat eine fast quadratische Form. Das breite Gesicht des Sargdeckels ist umrahmt von einer schwarzen Perücke, deren einzelnen Haarsträhnen durch Längs- und Querstriche in gelber Farbe gekennzeichnet werden. Die Innenzeichnungen zeigen deutlich, dass es sich hier um eine gestufte Perücke handelt, die sich in der Ptolemäerzeit großer Beliebtheit erfreute. Unterhalb des schmalen Blütenhalskragens lässt sich eine Darstellung eines geflügelten Skarabäus mit einer Sonnenscheibe zwischen den Vorderbeinen erkennen, gefolgt von der knienden Himmelsgöttin Nut mit ausgestreckten Flügeln. In den darunter befindlichen drei Registern sieht man die Darstellungen der verschiedenen Gottheiten vor den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Osiris: Im oberen Register die erste Erscheinungsform des Osiris. Sie wird von Isis und Nephthys angebetet, die jeweils von zwei Horussöhnen flankiert werden. Im mittleren Register folgt die Darstellung von Horus und Thot vor einem Djed-Pfeiler mit dem Kopf des Osiris. Im unteren der drei Register sind Isis und Nephthys in Gestalt der geflügelten Göttinnen noch einmal abgebildet, die mit ihren ausgebreiteten Flügeln den mumienförmigen Osiris beschützen. Den Abschluss der Dekoration des Sargdeckels bilden die Darstellungen weiterer mumienförmiger Gottheiten, Anubis und Upuaut in Gestalt zwei sich gegenüberstehenden, auf Schreinen liegenden Schakalen im Fußbereich, sowie auf der Vorderseite der Basis die Szene des von Maat zu den vier mumiengestaltigen Gottheiten geführten Verstorbenen. Des Weiteren begrenzen Inschriftenbänder die Dekoration des Sargdeckels seitlich. Sie sind auch auf den Seiten der Sargwanne vorhanden.(I. Liao)