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Unterteil einer kuboiden Statue (Würfelhocker) des Pa-iri-Jah, sekundär zu einem Mörser umgearbeitet

Ident. Nr.: ÄM 11482

ObjID: obj:761826

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
26. Dynastie ("Saiten")
Weitere Titel
Sammlungstitel: Unterteil einer kuboiden Statue (Würfelhocker) des Pa-iri-Jah, sekundär zu einem Mörser umgearbeitet
Übersetzung: Lower part of a block statue of Pa-iri-Jah, secondarily converted into a mortar
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21 x 20 x 20,5 cm

Objektbeschreibung

Erhalten ist noch der untere Teil einer kuboiden Statue, die nach massiven Brandeinwirkungen in zahlreiche Teile zerplatzt war und nun wieder zusammengesetzt ist. Der gesamte obere Teil sowie die nach vorne ragenden Füße wurden während eines späteren, unbekannten Zeitpunktes abgearbeitet, als die Statue zu einem Mörser umfunktioniert wurde. Auf der planen, neu geschaffenen Oberseite ist um die Öffnung im Abstand von ca. 1 cm eine Rille gezogen. Am vorderen Teil des Gewandes sind noch fünf Zeilen einer eingravierten, linksläufigen Hieroglyphenschrift mit Zeilentrennern erhalten, die sich wie folgt übersetzen lassen: „[Der König gebe ein Opfer an Osiris], damit jener gebe ein Totenopfer an Rindern, Vögeln und allen vollkommenen und reinen Dingen, von denen der Gott lebt, an allem, was herausgekommen ist auf den Opferaltar für den Herrn der Ewigkeit, für den Ka des Renep-Priesters, Diensthabenden und Gehilfen des Sieglers, Pa-iri-Jah, Sohn des Renep-Priesters Peteese, gerechtfertigt, geboren von der Herrin des Hauses, Sistrumspielerin bei Hathor, der von ihrem Ehemann Versorgten, Schesep-Amun-tai-es-herit, gerechtfertigt.“
Auf dem breiten und flachen Rückenpfeiler finden sich noch die unteren Partien von drei Kolumnen, deren Anfang jeweils verloren gegangen ist.
Der nicht klar übersetzbare Titel „Renep“ wird von Priestern im 3. Unterägyptischen Gau mit der Hauptstadt Kom el-Hisn getragen. Dies könnte einen Hinweis auf die ursprüngliche Herkunft der Statue aus Kom el-Hisn bieten, jedoch ist es gut möglich, dass die Statue auch ursprünglich im nicht weit entfernten Saïs gestanden hat, wo sie jedenfalls im 19. Jh. gefunden wurde. Der Gott Osiris als Herr der Ewigkeit ist eine in Saïs verehrte Lokalform, dessen Kapelle sich im Neith-Tempel von Saïs befand und die in der Mitte der 26. Dynastie restauriert wurde. Vielleicht war die Statue des Pa-iri-Jah dort im Tempelkomplex der Neith aufgestellt. Ähnliches ist für den Naophor Berlin ÄM 12421 zu vermuten. Man könnte vermuten, dass der Kuboid zusammen mit dem Naophor vergesellschaftet war.
(Jan Moje)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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