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Oberteil einer männlichen Statuette

Ident. Nr.: ÄM 11626

ObjID: obj:762116

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
12. Dynastie
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17,5 x 17 x 10 cm

Objektbeschreibung

Das 17,5 cm hohe granitene Oberteil stammt von einer kleinformatigen, männlichen Figur. Die Bruchkanten lassen nicht erkennen, ob es sich um eine Sitz- oder Standfigur handelt.
Des Weiteren sind noch andere Beschädigungen zu sehen. Die Nase ist stark bestoßen, am Perückenrand finden sich kleinere Abplatzungen und auf der Brust größere Fehlstellen. Die Rückseite des Stückes ist auffällig erodiert und zeigt keine deutlichen Konturen. Lediglich die Länge der Haartracht ist als Absatz auszumachen. Das Gesicht ist von einer Strähnenperücke umrahmt. Der Dargestellte hat ein breites, rundliches Gesicht mit hohen Wangenknochen. Seine Augen sind leicht schräg gestellt. Hinter den Schläfen sitzt ein großes Paar Ohren. Von der breiten Nase sind lediglich ein Rest des hohen Nasenrückens sowie ein kleiner Teil des rechten Nasenflügels erhalten. Zwei Nasolabiallinien führen auf einen geraden Mund mit fleischigen Lippen hin. Ein rundes Kinn bildet den unteren Abschluss des Gesichtes. Der Kopf sitzt auf einem hohen Hals, der zu einem nackten Oberkörper überleitet. Auf der Brust finden sich Reste einer flüchtig eingravierten fünfspaltigen Inschrift. Diese nannte einst den Namen und die Titel des Eigentümers. Aufgrund der beschädigten Oberfläche kann der Text heute nicht mehr sinnvoll gelesen werden. Eine endgültige Datierung des Objektes fällt ebenso schwer. Die Merkmale der Statuette folgen dem Stil von Königsbildern aus der Mitte der 12. Dynastie. Während die großen Ohren mehr oder weniger für das gesamte Mittlere Reich typisch sind, haben die Augen noch nicht den ernsten, strengen Gesichtsausdruck mit den schweren Oberlidern, wie unter den Königen Sesostrisʼ III. und Amenemhet III. Auch der für beide Herrscher charakteristische strenge Mund mit den herunter gezogenen Mundwinkeln ist in diesem Bildnis nicht zu finden. All dies macht eine Datierung in diese Zeit unwahrscheinlich und deutet auf eine Entstehungszeit davor hin. Der Aufstellungsort von Privatstatuen im Alten Reich beschränkte sich ganz auf das Grab. Dies änderte sich zu Beginn des Mittleren Reiches. Fortan war es Privatleuten mit königlicher Genehmigung erlaubt, eigene Statuen und Statuetten auch in Tempeln aufzustellen, um dort Gebete und Opfergaben empfangen zu können. Ob es sich bei der hier vorgestellten Statuette um eine Grab- oder Tempel handelt, kann nicht eindeutig gesagt werden.
(Klaus Finneiser)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

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