Logo

Terrakotte des Gottes Harpokrates auf einem Widder

Ident. Nr.: ÄM 8794

ObjID: obj:762824

Details (Expert)

Datierung
1.–2. Jh. n. Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 12,6 x 8,2 x 3,7 cm

Objektbeschreibung

Die Terrakotte zeigt den korpulenten Harpokrates auf dem heiligen Widder reitend. Das nackte Kind trägt einen Mantel. Sein Kopf ist bis auf die seitliche Haarsträhne kahl. Der rechte Zeigefinger ist zum Mund geführt, mit der linken Hand halt sich der Knabe am Fell des Widders fest. Um den Hals des Tieres hängt an einer langen Kette eine Bulla. Die kleine Figur kann in eine umfassende Terrakottenproduktion eingeordnet werden, auch wenn kein identisches Vergleichsstück vorliegt. Obwohl Harpokrates selber ein kindlicher Gott war, galt er als Beschützer und Förderer der Kinder. Wegen der Darstellung mit Widder kann hier jedoch noch der Aspekt der Fruchtbarkeit angeführt werden, der ebenfalls eng mit ihm verbunden ist.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).