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Kopf einer Priesterstatue

Ident. Nr.: ÄM 8805

ObjID: obj:762858

Details (Expert)

Datierung
30. Dynastie
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf einer Priesterstatue
Übersetzung: Head of a Priest
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 13,5 x 18,3 cm

Objektbeschreibung

Der Kopf eines kahlköpfigen Priesters aus Granodiorit zeichnet sich durch seine besonders fein polierte Oberfläche und die stark kanonisierten, fast schematisch wirkenden Züge aus. Das länglich ovale Gesicht in Kombination mit der hohen Stirn und der „eierförmigen“ Kopfform ist charakteristisch für die ägyptische Spätzeit. Der Dargestellte, der aufgrund der nach oben gezogenen Mundwinkel zu lächeln scheint, ist mit einem zeitlos wirkenden, jugendlichen Erscheinungsbild abgebildet. Die stilisierten Gesichtszüge geben keine Hinweise auf das individuelle Aussehen des Dargestellten, sondern sie unterliegen dem epochenspezifischen Darstellungskanon, der in Anlehnung an die königlichen Bildwerke die Proportionen, Kompositionen sowie stilistische Kriterien für die Abbildungen menschlicher Figuren regelhaft vorschrieb. Der Ansatz eines Rückenpfeilers lässt sich auf der Rückseite der Statue erkennen.
Ab der Spätzeit, vor allem verstärkt ab der Perserherrschaft ab der 27. Dynastie und vor der makedonischen Eroberung, erfreute sich die stark kanonisierte Darstellungsweise bei den Privatbildwerken als bewusster Rückgriff auf die Stile der frühen Epochen – parallel zu der divergenten Entwicklung der realistisch wirkenden Züge von Privatstatuen – erneut großer Beliebtheit. Ob der Berliner Priesterkopf ursprünglich zu einer Stand- oder einer Sitzstatue gehörte, lässt sich aufgrund seines fragmentarischen Zustands leider nicht mehr feststellen. Auch der ursprüngliche Aufstellungsort bleibt ungeklärt. Aber die bewusste Wahl des Stifters, sich in dieser Weise abbilden zu lassen, weist klar auf sein Bestreben hin, sich mithilfe des aus dem Hartgestein herausgearbeiteten „Ersatzkörpers“ mit einem jugendlichen, vollkommenen Erscheinungsbild zu verewigen.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).