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Mumie, Mensch, weiblich, der (Hathor-)Ibet, mit Mumienmaske und -auflagen

Ident. Nr.: ÄM 17105

ObjID: obj:767658

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Datierung
Spätzeit–frühe Ptolemäerzeit
Genauer: 4./3. Jahrhundert vor Christus
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge x Breite x Tiefe: 158 x 35 x 25 cm

Objektbeschreibung

Die Mumie der Ibet ist in ein bräunliches Mumientuch geschlagen, auf das ein blaues Perlennetz aufgemalt ist. Die Mumienauflagen bestehen aus vergoldeter Leinwandkartonage. Auf dem Kopf trägt sie eine blaue Maske, deren Gesicht vergoldet ist, und auf der Brust liegt ein Halskragen. Darunter befindet sich eine kniende, geflügelte Göttin. Mittig auf dem Körper liegt ein blaugerahmter und vergoldeter Inschriftenstreifen. Um diesen gruppieren sich die vergoldeten Auflagen der Horussöhne. Die Auflagen sind mit um die Mumie gewickelten Binden fixiert. Zu dieser Mumie gehört ein anthropomorpher Sarg [ÄM 17104], mit dem sie zusammen in der Nekropole von Abusir el-Meleq im Jahr 1904 gefunden wurde.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper