Schreiberpalette mit zwei Näpfen zum Anrühren der Tusche
Ident. Nr.: ÄM 17582
ObjID: obj:769853
Details (Expert)
- Beteiligte
- Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
- Datierung
- FrühzeitDatierung engl.: Early Dynastic Period
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Schreiberpalette mit zwei Näpfen zum Anrühren der TuscheÜbersetzung: Scribal equipment with two shallow bowls for mixing inks
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Sandstein (Material), grün; verbrannt; Farbreste
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 2 x 6,5 x 13,6 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/769853
Objektbeschreibung
L. Borchardt erwarb das Stück vor Ort von einem Bauern in Abusir im Jahre 1905. Auf der langrechteckigen Platte, die aus einem sehr feinen Sandstein hergestellt wurde, befinden sich zwei herausskulptierte Näpfchen. Die Platte ist zentral am oberen Ende durchbohrt. Während im oberen Näpfchen noch Spuren einer roten Farbe oder Pigmentes erhalten sind, finden sich im unteren Rückstände eines schwarzen Pigmentes. Zwar sind beide bislang nicht naturwissenschaftlich nachgewiesen, doch dürfte von Ocker und Bleiglanz ausgegangen werden – beides wichtige Bestandteile für die Herstellung von Farbe und Tinten.
Darstellungen dieser charakteristischen Utensilien des altägyptischen Schreibers finden sich bereits am Ende der frühdynastischen Zeit zum Übergang des Alten Reiches. Allerdings sind archäologische Funde solcher Objekte äußerst selten. Ein sehr frühes Beispiel aus Elfenbein gearbeitet, stammt beispielsweise aus der Grabung G. Steindorffs, unweit des Abusir-Sees und befindet sich heute in der Leipziger Sammlung. Kann für das Leipziger Stück sogar der genaue Fundkontext in einem Grab angegeben werden, liegt dies für das Berliner Stück nicht vor. Allerdings häufen sich Nachrichten im Grabungstagebuch, dass auch während der Grabungen Bauern und Dorfbewohner frühzeitlich datierendes Fundgut den deutschen Archäologen vorlegten, auf das sie während der Feldarbeiten in der Umgebung von Abusir gestoßen sind. Diese Funde belegen, dass im nächsten Umfeld der Sonnenheiligtümer auch eine größere frühdynastische Nekropole, ja vielleicht sogar eine Siedlung bestanden hat.
R. Kuhn
Darstellungen dieser charakteristischen Utensilien des altägyptischen Schreibers finden sich bereits am Ende der frühdynastischen Zeit zum Übergang des Alten Reiches. Allerdings sind archäologische Funde solcher Objekte äußerst selten. Ein sehr frühes Beispiel aus Elfenbein gearbeitet, stammt beispielsweise aus der Grabung G. Steindorffs, unweit des Abusir-Sees und befindet sich heute in der Leipziger Sammlung. Kann für das Leipziger Stück sogar der genaue Fundkontext in einem Grab angegeben werden, liegt dies für das Berliner Stück nicht vor. Allerdings häufen sich Nachrichten im Grabungstagebuch, dass auch während der Grabungen Bauern und Dorfbewohner frühzeitlich datierendes Fundgut den deutschen Archäologen vorlegten, auf das sie während der Feldarbeiten in der Umgebung von Abusir gestoßen sind. Diese Funde belegen, dass im nächsten Umfeld der Sonnenheiligtümer auch eine größere frühdynastische Nekropole, ja vielleicht sogar eine Siedlung bestanden hat.
R. Kuhn
Letzte Aktualisierung: 25.08.2025
Kontakt
Einrichtung:
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
E-Mail:
aemp@smb.spk-berlin.de