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Kopf einer Statuette eines Nubiers (Fälschung)

Ident. Nr.: ÄM 22631

ObjID: obj:769870

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
Datierung
20. Jh.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf einer Statuette eines Nubiers (Fälschung)
Übersetzung: Head of a Nubian (Fake)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton, gebrannt (Material); bemalt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11,4 x 8,8 x 11,1 cm

Objektbeschreibung

Dieser Kopf eines Nubiers ist als Fälschung anzusprechen. Er handelt sich um einen gebrannten Ton mit hohler Form, ähnlich einer Terrakotte. Das Gesicht ist sehr füllig modelliert mit hervorstehendem Kinn, wulstigen Lippen und breiter Nase. Die Augen liegen tief und werden oben von einem Brauenbogen, der weit über das Auge hinausreicht, begrenzt. Durch einen weit zurückspringenden Haaransatz ist die Stirnfläche äußerst groß und sehr grade. Die Haare selbst sind beutelartig angegeben. Das Objekt wurde von Ludwig Borchardt in Afje, nördlich von Aniba gelegen, im heutigen Sudan, angekauft. Leider ist uns das genaue Ankaufsdatum heute nicht mehr bekannt, jedoch ist ein Zeitraum am Beginn des 20. Jh. nicht auszuschließen. Dies zeigt wie früh bereits von nubisch anmutenden Objekten Repliken geschaffen wurden.
(J. Jancziak)

Letzte Aktualisierung: 28.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).