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Die Sandgstetten auf der Wieden am Belvedere

Ident. Nr.: SZ Ferd.Olivier 15

ObjID: obj:800301

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Ferdinand Olivier (1785 - 1841),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: o.J.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Sandgstetten auf der Wieden am Belvedere
Partie aus der Umgebung Wiens
Provenienz
Kauf: Ferdinand Freiherr von Lütgendorff-Leinburg,
nach 1823 bis 28. April 1858
Nachlass/Vermächtnis: Otto Gottfried Freiherr von Lütgendorff-Leinburg,
28. April 1858 bis 8. April 1893
Nachlass/Vermächtnis: Willibald Leo Freiherr von Lütgendorff-Leinburg, Lübeck,
8. April 1893 bis wohl 1937
Auktion: C.G. Boerner,
wohl 1937 bis 25. Mai 1938 (Auktion 199)
Kauf: Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda,
25. Mai 1938 bis 28. April 1939
Auktion: C. G. Boerner,
28. April 1939 (Auktion 201)
Kauf: Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
28. April 1939 bis 1992
Überweisung: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin,
seit 1992
Abmessungen
Blattmaß: 17,5 x 25,4 cm
Erwerbung
Im April 1939 ersteigert bei C. G. Boerner, Leipzig (Auktion 201).

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)