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Ohne Titel (Selbstbildnis)

Ident. Nr.: 19-1986

ObjID: obj:837544

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Francesco Clemente (1952),
Holzschneider*in
Datierung
Herstellung: 1984
Abmessungen
Plattenrand: 35,6 x 50,9 cm
Blattmaß: 42,5 x 57,5 cm
Erwerbung
1986 von Brooke Alexander Inc., New York, erworben

Objektbeschreibung

Was auf den ersten Blick wie ein Aquarell wirkt, ist doch ein Farbholzschnitt, der aber auf einem Aquarell als Vorlage beruht. In 49 Druckvorgängen, die einen äußerst differenzierten Farbauftrag erlaubten, wurde dieses Blatt von einem japanischen Farbholzschnittmeister in Kyōto gedruckt.

Letzte Aktualisierung: 27.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)