Logo

Selbstbildnis, Untersicht in starker Verkürzung

Ident. Nr.: SZ Menzel Kat.3

ObjID: obj:838928

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Adolph Menzel (1815 - 1905),
Zeichner*in
Adolph Menzel (1815 - 1905),
Dargestellt
Datierung
Herstellung: vor 1854
Provenienz
Kauf: Dr. Wilhelm Puhlmann,
30.10.1882
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Material / Technik
Bleistift auf Pappe
Abmessungen
Blattmaß: 32,0 x 28,5 cm

Objektbeschreibung

Es existieren nicht viele Selbstbildnisse von Menzel, alles in allem sind es gut zwanzig: mehr als 15 davon Zeichnungen, eines in einer Gouache, zwei auf Gemälden und eine Lithographie, nicht eingerechnet Blätter vom Verein Rütli, Briefzeichnungen und Gelegenheitsskizzen. Anfang 1854 berichtete Friedrich Eggers im Deutschen Kunstblatt von einem Selbstbildnis, das er im Atelier des Künstlers auf dessen Arbeitsplatz gesehen hatte - es kann sich dabei nur um das vorliegende Blatt handeln. Nach den bisherigen Selbstbildnissen Menzels, die mit einem sehr akademisch anmutenden von 1834 beginnen, findet nun der Versuch statt, eine gewagte und ungewohnte Ansicht darzustellen. Direkt vor dem Zeichner auf dem Tisch lag der Spiegel, darin erschien eine extreme Untersicht auf das Gesicht. Kaum jemals konnte eine solche Situation wirklich entstehen, denn es war der klein gewachsene Menzel, der, stets aufschauend, niemals auf andere herabblickte.
Aufschauend findet man ihn auf dem kleinen Gemälde „Abendgesellschaft“ von 1846/47. Der Betrachter sieht Menzels Schädel in der Draufsicht, der große haarkranzumsäumte Kopf steht einsam vor dem weißen Oval des Tisches.

Text: Andreas Heese, in: Adolph Menzel. Radikal Real. hg. von Bernhard Maaz, München, 2008, S. 224, Kat. 205

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)