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Reiter und Landmädchen am Ufer der Isar mit Blick auf München

Ident. Nr.: SZ Wv.Kobell 8

ObjID: obj:851354

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Wilhelm von Kobell (1766 - 1853),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1831
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 23,7 x 30,6 cm

Objektbeschreibung

Schon seit etwa 1800 beschäftigte sich Wilhelm v. Kobell mit einem für ihn charakteristisch gewordenen besonderen Genre, das er in vielen Gemälden und Aquarellen ausführt: Er stellt mehrere jeweils zueinander in Beziehung gesetzte Figuren vor den Hintergrund eines weiten Landschaftsraumes, in dessen Horizont die Silhouette einer bayrischen Stadt erscheint. Mehr als 30 Jahre hindurch hat er zahlreiche Abwandlungen dieses Grundthemas fortgeführt, das man treffend mit dem Begriff »Begegnungsbild« umschrieben hat (S. Wichmann). Unser Blatt von 1831 steht fast am Ende dieser Entwicklung. Alle Merkmale dieses Kompositionsprinzips, die er zu seinem unverkennbaren Stil hat werden lassen, sind in ihm zu finden: Freigestellt und klar beherrschen wenige Figuren das Bild. Gleichsam Statisten auf der Bühne, die unbegrenzt von jeder Art von Kulissen ist, verharren sie reglos, in angehaltener Bewegung, in einem überdeutlichen, alles beleuchtenden Seitenlicht. In einer zweiten Schicht treten im Mittelgrund einige weitere Figuren belebend hinzu, während hinter der Isar die Silhouette von München erkennbar ist. Bei aller minutiösen Ausführung der Einzelheiten, wie etwa der Tegernseer Bauerntracht, treten diese doch ganz in der panoramahaften Gesamtwirkung zurück. Eigentümlich ist die abgrenzende, und ganz auf die Binnenfarbe beschränkte Verwendung des Aquarells.

Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 379f., Nr. VII.27 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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