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Bergige Landschaft mit Bauernpaar am Brunnen

Ident. Nr.: 1979

ObjID: obj:862712

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Antonio Pereda (der Ältere) (16./17. Jahrhundert),
Maler*in
Datierung
Ausführung: vor 1622 (?)
frühere Datierung: um 1612
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bergige Landschaft mit Bauernpaar am Brunnen
Übersetzung: A Mountainscape with a farmers couple at the well
Geografische Bezüge
Spanien,
Land
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 32,4 x 40,6 cm
Erwerbung
1926 Schenkung von Wilhelm von Bode

Objektbeschreibung

El Greco hat seine Wahlheimat, das sich in kargem Terrain erhebende Toledo, mehrfach mit einer in seiner Zeit völlig unbekannten Direktheit und Prägnanz wiedergegeben. Eine Generation später schilderte Diego Velázquez im Fond einiger Portraits die ungeheure Weite der kastilischen Landschaften mit einer Kühnheit, wie sie in seinem Jahrhundert nicht ihresgleichen hat.
Wenn sich im spanischen Barock die Landschaftsmalerei dennoch nicht in vergleichbarer Weise als eigene Gattung etablieren konnte, wie dies in Italien, Frankreich und den Niederlanden der Fall war, dann lag das wesentlich an der anderen Sozialstruktur der Gesellschaft, die vor allem nach religiösen Themen verlangte. Gleichwohl wurde der Landschaftsmalerei auch in der zeitgenössischen Kunsttheorie nur ein niederer Rang zugewiesen. Dennoch gab es zum einen am Hof und im Adel eine gewisse Nachfrage nach Landschaften, und zum anderen kennt man auch in Spanien einige wenige Künstler, die sich in diesem Metier spezialisierten. Zu nennen sind hier vor allem Pedro Orrente in Valencia und Francisco Collantes in Madrid. Bei beiden bilden die Landschaften oft den Rahmen für Schilderungen von Episoden aus dem Alten Testament, wie man es in Italien etwa von dem Genuesen Giovanni Benedetto Castiglione kennt.
In der streifenförmigen Anordnung der Bildebenen ist die deutlich kleinere, unter dem Namen Antonio Peredas inventarisierte Berliner Landschaft ähnlichen Prinzipien wie Francisco Collantes‘ Landschaft im Kölner Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud (um/nach 1650) verpflichtet. Auch hier ist die Staffage, in diesem Fall ein Bauernpaar an einem Brunnen, heller beleuchtet vor tiefdunkle Strukturen gesetzt, die den Vordergrund mehr willkürlich denn räumlich motiviert abschließen. Links muss sich hierfür ein steiler Felsen hinter der armseligen Hütte der Bauern auftürmen, rechts scheint sich zwischen hell beleuchteten Hügeln eine tiefe Schlucht zu öffnen. Darüber thront in der Ferne eine Stadt. Dort und bei den weiteren Architekturversatzstücken des Fonds erahnt man Anspielungen auf antike Bauten, wie man sie auch in den Werken von Paul Bril findet. Dessen kleine, meist auf Kupfer gemalte Bilder sind seit langem als wichtige Inspirationsquelle des Berliner Gemäldes benannt. Selbst das kleine Format scheint ihnen verpflichtet. Für sehr ähnlich eingesetzte, motivierte und gestaltete Schattenzonen bietet sich etwa ein Blick auf Brils Landschaft mit Merkur und Argus von 1606 in der Galleria Sabauda in Turin an.
So leicht die Traditionen zu benennen sind, in die das Berliner Gemälde einzuordnen ist, so schwer fällt seine konkrete kunsthistorische Klassifizierung. Rechts des Brunnens ist es, diesmal allerdings dunkel auf dunkel und daher nur sehr schwer lesbar, offenbar mit »antonio pereda f.« signiert. Als Antonio de Pereda kennen wir einen Madrider Maler, der neben seinen – der Auftragslage geschuldet – zahlreichen religiösen Darstellungen auch einige der ungewöhnlichsten und aufregendsten Gemälde des spanischen »Siglo de Oro« geschaffen hat, in der Forschung aber immer noch etwas stiefmütterlich behandelt wird. Einzelne Landschaften sind für Pereda dokumentiert, nichts außer dem Berliner Bild aber mit diesem Schaffen in Verbindung gebracht worden. In den Gemälden anderer Thematik finden sich für das Berliner Werk gleichfalls keine wirklichen Parallelen. Wie bei den meisten spanischen Malern ihrer Zeit spielen Landschaften in ihnen eine erstaunlich untergeordnete Rolle. Haben sie einmal etwas größere Bedeutung, wie bei der 2005 von Roberto Contini angeführten Madonna mit heiligem Franziskus von 1654 in Privatbesitz, fallen in der konkreten Gestaltung mehr die Unterschiede als die Ähnlichkeiten auf. Insofern verdient der von Contini seinerzeit alternativ geäußerte Vorschlag vertiefte Beachtung, ob wir hier nicht vielmehr ein Werk des gleichnamigen Vaters des Künstlers vor uns haben, Antonio Peredas d. Ä. Es wäre das erste identifizierte Werk des 1622 verstorbenen Malers – und könnte somit indirekt dazu beitragen, auch die hohe Malkultur des Sohnes noch ein Stück besser zu verstehen.| Matthias Weniger

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. rechts unten neben dem Brunnen: anton.s / pereda f.
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El Greco painted his adopted hometown on many occasions: his portrayals of the city of Toledo towering above a barren landscape are rendered with a bluntness and conciseness that was completely unprecedented in his day. A generation later Diego Velázquez depicted, in the background of some of his portraits, the immense breadth of the Castilian countryside with a sense of audacity unparalleled in the seventeenth century. Yet if landscape painting did not succeed in establishing itself as an independent genre in the Spanish baroque period in the way that it did in Italy, France, and the Netherlands, this was mainly due to the different social structure prevalent in Spain, where the principal demand was for representations of religious subjects. That said, landscape painting was also ranked as an inferior style in contemporary art theory. Nevertheless there was a certain interest in landscapes at court and amongst the nobility, and we know of a few Spanish artists who specialised in this field, in particular Pedro Orrente in Valencia and Francisco Collantes in Madrid. In both their oeuvres, landscapes often serve as a foil for episodes from the Old Testament, a familiar trope in Italian painting – for example, in the works of the Genoese artist Giovanni Benedetto Castiglione.
In the layered arrangement of its image planes, the Berlin landscape attributed to Antonio Pereda relies on similar principles as Francisco Collantes‘ Landscape in the Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Cologne (c. 1650). Here too the brightly lit staffage – in this case a pair of farmers at a well – is positioned in front of an array of very dark structures, which close off the foreground in a manner that is more arbitrary than spatially motivated. To achieve this effect, a rocky crag must tower on the left behind the farmers’ hovel, while on the right a deep ravine seems to open up between brightly illuminated hills. In the distance, a city is perched on the crag as if enthroned. The city and the other architectural elements arranged in the background hint at antique buildings of the kind that can be found in the works of Paul Bril. His small images, mostly painted on copper, have long been identified as an important source of inspiration for the painting in Berlin, which seems to owe even its small format to these models. A look at Bril’s 1606 work Landscape with Mercury and Argus in the Galleria Sabauda in Turin reveals areas of shadow applied, animated, and arranged in a very similar fashion.
As easy as it is to cite the traditions into which the Berlin picture can be inserted, it is a great deal harder to assign it a specific art historical classification. To the right of the well, the work is signed “antonio pereda f.”, although in this case the artist uses dark paint on a dark background, making the signature very difficult to read. Antonio de Pereda is known to have been a Madrid-based painter, who, in addition to painting numerous commissioned works on religious subjects, also created some of the most unusual and exciting works of the Spanish Golden Age, even if he is still given rather short shrift by researchers. We have documents recording some individual landscapes painted by Pereda, but the Berlin picture is the only piece to have been associated with this body of work. There are also no real parallels to be found to this picture in the paintings he produced on other themes. As with most of his contemporaries in Spain, landscapes play a surprisingly minor role in his oeuvre. Where they do have a somewhat greater importance – as in the privately owned Madonna with St Francis produced in 1654 and cited by Roberto Contini – the differences in their specific execution are more evident than the similarities. This would be an argument in favour of giving serious consideration to Contini’s suggestion that the present work might rather be by the hand of the artist’s father, who also went by the name of Antonio Pereda (in this case, the Elder). If so, it would be the first identified work by this painter, who died in 1622, and might thus indirectly help us to come to a better understanding of the bases of his son’s artistic refinement.| Matthias Weniger

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Simson und Delila

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Verse aus dem alttestamentarischen Buch der Richter, die von List und Verrat bestimmt sind, wurden hier von dem preußischen Hofmaler Antoine Pesne bildkünstlerisch umgesetzt. Danach (AT) war der Israelit Simson von Gott dazu auserwählt, sein Volk von der Fremdherrschaft der Philister zu befreien. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Kraft kämpfte Simson erfolgreich gegen die Besatzer. Seine Stärke verdankte er seinen ungeschorenen Haaren, denn Gott hatte verfügt, dass kein Schermesser je sein Haupt berühren solle. Die bei den altorientalischen Völkern verankerte Vorstellung, dass üppiger Bart- und Haarwuchs Gewähr für männliche Kraft bietet, fand hier ihren Niederschlag.Simson verliebt sich in die schöne Delila und verrät ihr das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft. Delila verrät Simson an die Fürsten der Philister und gewährt ihnen Zugang zum schlafenden Geliebten. Die Philister schnitten Simson im Schlaf seine Locken ab und nahmen ihm so seine Stärke.Die Gruppe der Hauptfiguren bildet ein gedachtes Dreieck, das auf einem Postament angeordnet ist. Hierdurcch wird eine stabile Komposition geschaffen, welche der Unruhe der Assistenzfiguren entgegenwirkt. Unverkennbar sind die koloristischen Anregungen der flämischen und italienischen Malerei des 17. Jahrhunderts.  Der Franzose Pesne, welcher zu diesem Zeitpunkt bereits in Berlin lebte und für den Preußischen Hof arbeitete, bemühte sich 1719/20 um die Aufnahme in die Pariser Académie royale de peinture et de sculpture. Vorab schickte er seinem Freund, dem Maler und Akademiemitglied Nicolas Vleughels, zur Einschätzung eine Skizze dieser Komposition nach Paris. Möglicherweise studierte auch Jean Antoine Watteau Pesnes Federzeichnung. In der Folge entschloss sich Pesne, eine veränderte Gemäldefassung zu schaffen, mit der er sich dann im Juli 1720 erfolgreich um die Mitgliedschaft in der Pariser Akademie bewarb. Es darf angenommen werden, dass Pesne die Berliner Erstfassung nie nach Paris schickte. Sie dürfte sich später im Eigentum seines bedeutenden Schülers Christian Bernhardt Rode befunden haben.

Maria mit dem Kind

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Die künstlerische Zusammenarbeit war ein zentrales Thema der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. So spezialisierten und konzentrierten sich einige Maler auf ganz bestimmte Aufgabenbereiche. Auch in der großen Antwerpener Werkstatt von Peter Paul Rubens kam es häufig zu einem Teamwork von Spezialisten. Ein treffliches Beispiel für diese Form der Zusammenarbeit bietet das Gemälde Maria mit dem Kind.Die Bildidee geht zweifelsohne auf Rubens selbst zurück, der die stehende Gottesmutter hinter einer mit einem persischen Blumenteppich bedeckten Balustrade präsentiert. Sie blättert in einer reich ausgestatteten Handschrift und hält locker mit ihrer rechten Hand das stehende Christuskind, dem sie ihre Brust gibt. Zunächst legte wohl ein Mitarbeiter aus Rubens` gut besetzter Werkstatt, möglicherweise nach einer heute nicht mehr existierenden Skizze des Meisters, das Bild in groben Zügen an. Der Bereich der Gottesmutter und des Christuskindes wurde dann von Rubens` eigener Hand zu guter Letzt noch einmal gründlich überarbeitet. Dadurch erfuhr die Mutter-Kind-Gruppe entscheidende, eigenhändige Veränderungen, so dass sie erst unter Rubens` Pinselführung zur jetzigen Einheit zusammenwachsen konnte.Für die Rosenranken und die mit Frühlingsblumen bestückte Blumenvase bediente sich Rubens eines Spezialisten, dessen Identifizierung bis zum heutigen Zeitpunkt Probleme bereitet. Zur Diskussion stehen Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625) und sein Sohn Jan Brueghel d. J. (1601-1678). Lange Zeit datierte man das Gemälde kurz vor Mitte der 20er Jahre und sah bezüglich der Blumen den Schöpfer in Jan Brueghel d. Ä. Heute hält man das Gemälde aus stilistischen Gründen für ein Rubenswerk der Jahre 1625/28. Da mit dem 12. Januar 1625, dem Todestag Jan Brueghels d. Ä., ein terminus ante quem für die Mitarbeit an dem Gemälde vorhanden ist, müsste man die Blumen konsequenter Weise dem Sohne zuschreiben. An der ausführenden Hand des Fruchtkorbes im rechten Vordergrund bestand hingegen in der Forschung nie ein Zweifel. Einhellig sehen in ihm die Experten den Pinselstrich des Stilllebenmalers Frans Snyders (1579-1657), mit dem Rubens eine freundschaftliche Beziehung verband und den er des Öfteren als Spezialisten für Stillleben und Tiere bei seinen Gemälden heranzog.

Roelof de Vos van Steenwijk

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In ungewöhnlich großen goldenen Lettern fasst die Inschrift den Kopf des Dargestellten  (um 1504 - um 1564) ein. Dass der goldene Ring am linken Ringfinger das Wappen der holländischen Familie de Vos van Steenwijk zeigt, wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt, allerdings herrschte lange keine Klarheit über die genaue Identität des Porträtierten. Die Identifizierung mit einem gewissen Roelof geht auf den Historiker und Genealogen Albrecht Nicolaas Baron de Vos van Steenwijk (1976) zurück. Diesem zufolge wurde Roelof 1505 als unehelicher Sohn von Reynalt de Vos van Steenwijk und Agnes van Ittersum geboren, im Februar 1537 wurde in Brüssel die Abstammung des damals etwa 31-Jährigen formal in einem Brief von Kaiser Karl V. anerkannt. Bald darauf heiratete er die Kölnerin Catharina Bellinckhausen, 1543 wird eine gemeinsame Tochter erwähnt. Vor 1548 ließ Roelof sich in Antwerpen nieder, wo er vor 1564 gestorben ist. Die aufrecht nach rechts gewandte Haltung des de Roelof Vos van Steenwijk, der aus dem Bild nach rechts und nicht auf den Betrachter blickt, spricht sehr dafür, dass dieses Porträt ursprünglich auf ein Gegenstück hin konzipiert war. Denkbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass Roelof zwischen 1537 und 1543 geheiratet hat, dass es als Verlöbnisbild oder aber anlässlich der Eheschließung – mit einem möglichen Pendant der Gattin – in Auftrag gegeben wurde.| Christine SeidelSIGNATUR / INSCHRIFT: ANNO 1541 ETATIS SUAE 37

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

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Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633