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Sir James Montgomery, 1. Baronet Stanhope

Ident. Nr.: 1670

ObjID: obj:863241

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Henry Raeburn (1756 - 1823),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1801
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sir James Montgomery, 1. Baronet Stanhope
Übersetzung: Sir James Montgomery, 1st Baronet Stanhope
Sir James Montgomery Bart
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 225 x 148 cm
Erwerbung
1908 Ankauf von A. Buttery, London

Objektbeschreibung

Raeburn stammte aus einfachen Verhältnissen und erhielt eine Ausbildung bei einem Goldschmied, war als Maler aber im wesentlichen Autodidakt. Er begann als Miniaturmaler und ging auf Empfehlung von Reynolds 1784 bis 1786 nach Italien, bis er in Edinburgh der führende Porträtmaler wurde. Es gelang ihm nicht, in London Fuß zu fassen, obwohl die Kritik seine Bilder lobte: »In seinen Gemälden ist eine Kühnheit des Pinselstrichs und Stärke der Wirkung, wie sie selten sonst erreicht worden ist.« So ist gerade seine unbekümmerte und freie Malweise, die selbst bei den traditionellen Repräsentationsporträts nie in steife Routine verfällt, zu einem Markenzeichen seiner Porträtkunst geworden. Sie unterscheidet ihn von den anderen Zeitgenossen wie Lawrence, noch mehr aber von dem älteren und traditionsbewussteren Reynolds oder Gainsborough. Ohne Vorzeichnung pflegte Raeburn mit dem Pinsel zunächst Gesicht und Hände zu malen, prüfte immer wieder aus einiger Entfernung die Wirkung des Gemalten und baute auf diese Weise aus der Farbe heraus das Porträt auf. Dass aus diesem Grund gewisse Unsicherheiten der menschlichen Proportionen im Bild vorkommen, haben ihm schon seine Auftraggeber vorgeworfen. Sie kritisierten mehrfach eine »mangelhafte Vollendung« und konnten nicht erkennen, dass mit dieser künstlerischen Freiheit seine Bildnisse eine Direktheit und Unmittelbarkeit der Ausstrahlung gewonnen haben, die uns immer noch beeindruckt.
Auch das lebensgroße Porträt Sir Henry James Montgomerys (1721-1803) profitierte von dieser besonderen Kunst. Montgomery stammte aus einer alten schottischen Familie und war ein erfolgreicher Gutsherr und Jurist. 1766 wurde er zum Kronanwalt (lord advocate) in Edinburgh ernannt und 1768 in das Parlament gewählt. Von 1775 bis 1781 bekleidete er das Amt des Schatzkanzlers (Lord Chief of the Scottish Exchequer). In dieser Funktion ist er mit den Insignien des Amts dargestellt, auf das auch die gestreifte Tischdecke (chequered) mit den gebündelten Schriftstücken und dem großen Kronsiegel hinweist. Die mächtige graugetönte Säule und der bräunliche Vorhang gehören zwar zum Standardrepertoire eines jeden Repräsentationsporträts, aber entgegen dem barocken Pathos solcher Attribute lehnt sich Sir James in der schwarzen Amtsrobe ruhig und entspannt in seinem Lehnstuhl zurück. Das Porträt wurde wohl 1801 gemalt, als Sir James sich aus seinen Ämtern zurückzog. Eine andere Fassung des Bildes, das sich noch in Familienbesitz befindet, ist auf der Rückseite entsprechend datiert. Henning Bock | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019
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Raeburn is the product of humble circumstances, and – although he received training from a goldsmith – was essentially an autodidact as a painter. He began as a miniature painter, and travelled to Italy between 1784 and 1786 on the recommendation of Reynolds before becoming the leading portrait painter in Edinburgh. He failed however to get a foothold in London, although these critics praised his pictures: “In his paintings, there is a boldness of the brushwork and a power of effect that has been rarely achieved.” It was in particular his nonchalant, free manner of painting, which never deteriorates into routine, even with traditional representative portraits, that became the trademark of his portraiture. This distinguishes him from other contemporaries such as Lawrence, and even more so from earlier, more tradition-conscious artists like Reynolds and Gainsborough. Without preliminary drawings, Raeburn would first paint in the face and hands, inspecting the effect of what he had achieved from a distance, and building up the portrait in paint step-bystep. Some clients already reproached him for a certain insecurity regarding human proportions that was manifest in his pictures. They also criticised their “defective finishing”, failing to realise that with this artistic freedom, his portraits achieved a vibrant directness and immediacy that continues to impress us today.
The present life-sized portrait too profits from his exceptional artistry. Sir Henry James Montgomery (1721–1803) was born to an old Scottish family, and was a successful landowner and jurist. In 1766, he was appointed a lord advocate in Edinburgh, and was elected to Parliament in 1768. Between 1775 and 1781, he occupied the office of lord chief of the Scottish exchequer. In this function, he is depicted with the insignia of his office, to which the chequered tablecloth with the bundles of documents and a large royal seal refer. The massive grey column and brown curtain belong to the standard repertoire of representative portraiture, but in contradistinction to the Baroque pathos of such attributes, Sir James, who wears the official black robes, leans back in his armchair, relaxed and calm. The portrait was probably painted in 1801, when Sir James resigned from his offices. Another version of this picture, which remains in the possession of the family, is signed on the reverse with this date. Henning Bock | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Simson und Delila

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Maria mit dem Kind

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Roelof de Vos van Steenwijk

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Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

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Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633