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Der sein Blut spendende Erlöser in der Glorie

Ident. Nr.: 1642

ObjID: obj:863645

Details (Expert)

Beteiligte
Sansovino (1501-1570),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1555
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 44,2 x 37,3 x 6 cm (Relief)
Höhe x Breite x Tiefe: 50,8 x 44,5 x 4,5 cm (Rahmenmaß)
Gewicht: 10 kg (mit Rahmen)

Objektbeschreibung

Das Relief zeigt den Erlöser inmitten einer Schar von Engeln, die ihn trägt und begleitet sowie Kreuz und Kelch präsentiert. Durch die ausgelassen bewegten Engelsfiguren besitzt das Relief eine leichte und heitere Komponente und steht damit im Gegensatz zum Bildinhalt. Sansovino variiert ein Thema, das als Andachtsbild vor allem in der oberitalienischen Malerei verbreitet war. Den frühesten Nachweis der Komposition liefert das Spesenbuch des Malers Lorenzo Lotto, der 1542 einen Gipsabguss erwarb, den er vermutlich zusammen mit zwei Statuetten, die Glauben und Häresie darstellten, als Hausaltar aufstellte. Wenig später verwendete Lotto die Komposition in einem 1543 dokumentierten Gemälde ähnlichen Formats, das sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet.

Letzte Aktualisierung: 03.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)