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Der Tod Mariae

Ident. Nr.: 552

ObjID: obj:863964

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Bartolomé Bermejo (1425 - 1500),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1460 - 1462
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Tod Mariae
Übersetzung: The Death of the Virgin
Geografische Bezüge
Spanien,
Land
Material / Technik
Eichenholz
Abmessungen
Bildmaß: 65,2 x 42,4 cm

Objektbeschreibung

Gemäß der Legenda aurea, einer Sammlung von Geschichten über das Leben der Heiligen und Märtyrer, die im 13. Jahrhundert von Jacobus de Voragine zusammengestellt wurde, warnt ein Engel die Apostel vor dem bevorstehenden Tod der Jungfrau Maria. Die Apostel werden auf wundersame Weise zum Sterbebett der Jungfrau getragen und zu Zeugen ihrer Himmelfahrt.

Bartolomé de Cárdenas, der wahrscheinlich wegen seiner roten Haare Bermejo genannt wurde, war einer der bedeutendsten Künstler im Spanien des 15. Jahrhunderts. Geboren wurde er in Córdoba, arbeitete aber hauptsächlich in Valencia, Daroca, Saragossa und Barcelona. Er gilt als wichtigster Vertreter der sogenannten spanisch-flämischen Gotik, die sich durch einen starken Einfluss der zeitgenössischen flämischen Malerei auszeichnete. Deren neuartige Technik der Ölmalerei
ermöglichte realistische Darstellungen von außergewöhnlicher Präzision und großem Farbreichtum. Die besondere Qualität von Bermejos Werken lässt vermuten, dass er selbst in Flandern ausgebildet wurde. Hierfür sprechen sein technisches Können und die zahlreichen Details, die Werken großer flämischer Meister entlehnt sind. Deutlichen Einfluss übten insbesondere Rogier van der Weyden und Petrus Christus aus. Seine in Flandern erworbenen Fähigkeiten demonstrierte er zu einem frühen Zeitpunkt seiner Laufbahn in dem Tafelbild Der Tod Mariae, das zu seinen Meisterwerken gehört.

In der Darstellung vom Tod Mariae hat Bermejo ikonografische Elemente verschiedener Erzähltraditionen miteinander kombiniert. Im Hintergrund überreicht ein Engel dem auf einem Felsen stehenden Apostel Thomas den Gürtel von Marias Tunika. Diese Szene folgt den Legenden, gemäß derer sowohl der Körper wie auch die Seele der Jungfrau in den Himmel aufgenommen wurden. Die Hauptszene orientiert sich hingegen an anderen Legenden, wonach Maria erst entschlafen und nach drei Tagen wiederauferstanden sei.

Prachtvoll gewandet, liegt die als alte Frau dargestellte Maria in der unteren Bildhälfte in einem architektonischen Interieur auf ihrem Sterbebett. Sie ist umgeben von den restlichen Aposteln, die zumeist lesen oder in Gedanken vertieft sind, während der als Papst gekleidete Petrus sie mit einem Ysop-Zweig segnet. Zwei Apostel unterstützen ihn bei der Durchführung dieses Rituals: Rechts neben
dem Kopfende kümmert sich einer um ein Weihrauchfass, ihm gegenüber trägt ein anderer eine Sterbekerze. An der Tür hält Johannes ein Prozessionskreuz hoch. Es erinnert daran, dass er Maria bei der Kreuzigung Jesu zur Seite stand.

In der oberen Bildhälfte geleiten vier Engel die Seele Marias zu Gott. Goldene Farbtöne unterstreichen den wundersamen Charakter der Szene, während zahlreiche Symbole Marias besondere Bedeutung reflektieren. So ist der aufgehende Mond zu ihren Füßen ein Sinnbild ihrer unbefleckten und damit von der Ursünde freien Empfängnis. Weitere, über das Bild verteilte Allegorien spielen auf die sogenannten Litaneien (Gebete) an, mit denen Maria bei der Rezitation des Rosenkranzes angerufen wird. Die von der Decke herabhängende Öllampe und der grün belaubte Baum in der Landschaft deuten als Reinheitssymbole auf Marias Jungfräulichkeit hin. Eine auf die Bundeslade verweisende Truhe, auf die sich der Apostel in der unteren linken Bildecke stützt, sowie der mit einer hebräischen Inschrift versehene Baldachin spiegeln eventuell Marias Rolle als Fürsprecherin der Menschen vor Gott wider. Die Inschrift im Fußboden im Vordergrund fasst das Wunder schließlich zusammen: EM DIOS ES (»[Maria] ist mit Gott«). Maria López-Fanjul | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

SIGNATUR/ INSCHRIFT: EM DIOS ES
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According to the Golden Legend (13th century), in which Jacobus da Varagine compiled stories about the lives of saints and martyrs, an angel warned the apostles of the imminent death of the Virgin Mary. They were miraculously transported to her deathbed, witnessing her assumption.

Bartolomé de Cárdenas, known as Bermejo probably because of his red hair, was one of the most important artists in 15th-century Spain. Born in Córdoba, he worked mainly in the cities of Valencia, Daroca, Zaragoza, and Barcelona. He is considered to be the greatest representative of the Hispano-Flemish Gothic style, characterized by the strong influence of 15th-century Flemish painting, which mainly contributed to the new technique of oil painting, allowing a descriptive realism of extraordinary precision and great chromatic richness. The very high quality of Bermejo’s works suggests that he was trained in Flanders. His mastery of technique and the amount of details taken from the works of the great Flemish masters are proof of this. The painters Rogier van der Weyden and Petrus Christus were his most direct influences. The panel with The Dormition of the Virgin is a masterpiece in his production, made in his youth to validate this Flemish formation.

Bermejo combines different traditions for the iconographic representation of the miracle. According to some legends, the Virgin was assumed alive body and soul, and as proof of this event, an angel would give a ribbon of her tunic to Saint Thomas; as you can see in the background in the landscape. According to others, she would first fall asleep, resurrecting after three days. On the lower level, Mary, depicted as an old woman in rich clothing, lies in an architectural interior surrounded by the other apostles. Most of them read or meditate while Saint Peter, dressed as a Pope, blesses her with the help of a hyssop. Two others help him to perform the rite, guarding the incense ashes to the right of the
headboard and holding a candle at the opposite end. Saint John, located in front of the door, raises a processional cross. It reminds us that he accompanied Mary during the crucifixion of Jesus.

At the top, four angels raise the Virgin’s soul to God. The golden tones of the scene underline its miraculous character and the symbols remind us of the exceptional nature of Mary. At her feet, the crescent moon symbolizes the purity of her conception, without Original Sin. Other allegories, distributed in different places of the composition, allude to the so-called litanies (prayers) that are dedicated to the Virgin in the recitation of the Rosary. This is the case of the oil lamp that hangs from the ceiling and of the green tree, decorating the landscape, both symbols of her virginity. The chest on which the apostle rests in the lower left corner refers to the Ark of the Covenant, and the canopy decorated with a legend in Hebrew are possible references to the Virgin as intercessor of men before God. The inscription on the floor in the foreground sums up the miracle: “EM DIOS ES” ([Mary] is with God). Since 2019, this painting hangs in the Spanish room of the Bode-Museum. Maria López-Fanjul | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Die Auferstehung Christi

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»Nun, da ich die Methoden dieser Kunst zu verstehen beginne, grämt es mich, dass sie mir nicht den Auftrag erteilen, das gesamte Rund der Stadtmauern von Florenz mit Geschichten zu bemalen.« Diese Aussage soll Domenico Ghirlandaio gegenüber seinem Bruder Davide geäußert haben, nachdem er den Chor der Dominikanerkirche S. Maria Novella ausgeschmückt hatte. Die Fresken sind heute nochzu sehen und gehören zu den künstlerischen Höhepunkten eines Florenzbesuchs. Doch Ghirlandaio war nicht nur ein bemerkenswerter Freskant, er ist auch für die Gemälde des Hochaltars verantwortlich, die Anfang des 19. Jahrhunderts veräußert wurden. Die Mitteltafel der Vorderseite, Maria mit dem Kinde und Heiligen, befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München; die heute in der Gemäldegalerie in Berlin aufbewahrte Auferstehung nahm die Rückseite des Altarbilds ein, die nur für die Priester sichtbar war. Um die Mitteltafel und an den Seiten waren drei Heiligenpaare angeordnet. Zwei dieser Heiligen befanden sich einst in der Gemäldegalerie und wurden vermutlich im Mai 1945 in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstört (Abb. links).Die Auferstehung zeigt Jesus Christus am Ostermorgen, wie er dem Grab entsteigt und die vier römischen Soldaten, die es bewachen, in Schrecken versetzt. Ghirlandaio wich hier stark vom Inhalt der Heiligen Schrift ab: Das Grab Christi befand sich in einer Höhle und nicht unter freiem Himmel und keinesfalls wies es die Inschrift INRI auf (Jesus von Nazareth, König der Juden), die oben an seinem Kreuz angebracht gewesen sein soll. Auch der Pelikan, der seine Jungen mit demeigenen Blut nährt, entwickelte sich erst viel später zu einem Symbol Christi. Der Maler wollte hier die Theatralik der Szene betonen: Jesus scheint beinahe von einer unsichtbaren Maschinerie in die Luft gehoben, während die Soldaten ihre Überraschung und Angst zu überspielen suchen. Während des 19. Jahrhunderts erfuhr Ghirlandaio für seinen Sentimentalismus große Bewunderung, wurde von einigen Ästheten genau aus diesem Grund jedoch auch stark kritisiert. Der Landschaft in diesem Gemälde gebührt die gleiche Beachtung wie der bemerkenswerten Szene im Vordergrund. Auf der linken Seite nähern sich die drei Marien, die gleich das leere Grab Christi entdecken werden (ihre Namen variieren je nach Evangelium). Dahinter erkennt man im blauen Dunstschleier eine Stadt imflämischen Stil, mit einer besonderen Nähe zur Malweise des Hugo van der Goes. Am 28. Mai 1483 traf Van der Goes’ Bild für den Hochalter von S.’Egidio in Florenz ein (jetzt in den Uffizien), Domenico Ghirlandaio änderte daraufhin seine Vorstellung von Tafelmalerei.Ghirlandaio vollendete weder das Altarbild für S. Maria Novella, noch war es ihm vergönnt, die Stadtmauern von Florenz zu bemalen, wie er gehofft hatte: 1494 starb er im Alter von 45 Jahren an der Pest. Es hat etwas Bewegendes, stellt man sich vor, dass der Tod den Maler während der Arbeit an dieser Auferstehung ereilte, deren Botschaft die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod enthielt. Giorgio Vasari zufolge wurde dieser Teil des Bildes von Ghirlandaios Brüdern Davide undBenedetto fertiggestellt. Kritiker stimmen jedoch darin überein, dass die Landschaft von einem anderen Künstler stammen muss, in dem man Ghirlandaios Schüler Francesco Granacci sah, der heute als Pseudo Granacci bezeichnet wird. Trotz dessen Mitwirkens kann die Auferstehung als eines der letzten Meisterwerke von Domenico Ghirlandaio gelten. Neville Rowley | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019________________________________________“Now that I have begun to understand the methods of this art, it grieves me that they will not commission me to paint the whole circuit of the walls of the city of Florence with stories.” This is what the painter Domenico Ghirlandaio is reputed to have said to his brother Davide, after having finished decorating the choir of the Dominican Church of Santa Maria Novella. The frescoes are still in place and are one of the highlights of any visitor who discovers Florence. But Ghirlandaio was not only a remarkable fresco painter: he was also responsible for the gigantic altarpiece adorning the chapel, dispersed at the beginning of the 19th century. The Virgin and Child in Glory among Saints which occupied the central compartment on the front side is now to be seen in Alte Pinakothek in Munich; as for the present Resurrection now in the Gemäldegalerie in Berlin, it was on the other side of the altarpiece, only visible to priests. Around the central panels and on the lateral sides of the altarpiece, three pairs of saints were displayed; two of these saints, once part of the collection of the Gemäldegalerie, were probably destroyed in May 1945 in the last days of the Second World War (fig. left).The Resurrection shows Jesus-Christ on Easter morning, coming out of his tomb, to the complete astonishment of the four Roman soldiers charged to guard his sepulture. Ghirlandaio freed himself largely from the Holy Scriptures: Christ’s tomb was set in a cave and not in the open air; and it was certainly not inscribed with the acronym “I.N.R.I.” (Jesus Christ King of Nazareth), placed instead on top of his cross, nor with the Pelican who fed his children with his blood, a symbol of Christ adopted much later (it is true that the inscription appears to have been painted over a former one). What mattered for the painter was to accentuate the theatrical character of the scene: Jesus seems to be pulled into the air by some backstage machinery, while the soldiers over-play their surprise and their fear. During the 19th century, Ghirlandaio was greatly admired for his sentimentalism; and also despised by a few aesthetes for this very reason.The landscape of this painting is to be admired on the same level as the ostentatious foreground. On the left side, we see the three Mary who, soon, will discover the empty tomb of Christ (their identities vary according to the gospels). Further on, one distinguishes a city in a blue mist, painted like in a Flemish style, and close in particular to Hugo van der Goes. On 28 May 1483, the high altarpiece of the church of Sant’Egidio, painted by Van der Goes, had arrived in Florence (it is now in the Uffizi); from that moment on, Domenico Ghirlandaio changed his conception of panel painting.Ghirlandaio did not have time to finish the Santa Maria Novella altarpiece, nor to fresco the whole circuit of the walls of Florence, as he had hoped: he died from the plague in 1494, only aged 45. There is something moving about imagining the painter agonizing while trying to complete this Resurrection, whose religious message is to give hope in a life after death. According to Vasari, this part of the altarpiece was completed by the painter’s brothers, Davide and Benedetto; but critics nowagree that the landscape is due to another artist, long confused with the pupil of Ghirlandaio Francesco Granacci and now known as the “Pseudo Granacci”. Despite the latter’s intervention, one can fully consider the Resurrection as one of the last masterpieces by Domenico Ghirlandaio. Neville Rowley | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019