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Magdalena und Jan Baptist de Vos, die Kinder des Malers

Ident. Nr.: 832

ObjID: obj:864024

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Cornelis de Vos (1584 - 1651),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1621 - 1622
Weitere Titel
Sammlungstitel: Magdalena und Jan Baptist de Vos, die Kinder des Malers
Übersetzung: Magdalena and Jan Baptist de Vos; the Artist's Children
Geografische Bezüge
Flandern,
Region
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 81 x 95,2 cm

Objektbeschreibung

Um 1621/22 fertigte der Antwerpener Maler Cornelis de Vos dieses außergewöhnliche Porträt seiner beiden ältesten Kinder an: Magdalena (getauft am 19. September 1618) und Jan-Baptist (getauft am 6. Dezember 1619). Mit dem Ausdruck kaum merklicher Überraschung über die Störung blicken die beiden Kinder von ihrer Beschäftigung auf, dem Betrachter erwartungsvoll entgegen. Die Kirschen und der Pfirsich, denen ihre Aufmerksamkeit bis eben noch gegolten hatte, bleiben vergessen in den Händen zurück. De Vos schuf mit dem individuellen Porträt seiner beiden Kinder eine erstaunlich innovative Bildanlage, stellten lebensgroße Porträts von Kindern aus nicht-aristokratischen Kreisen doch zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Flandern noch eine große Ausnahme dar. Zudem ist die Natürlichkeit und Unbefangenheit mit der die Kinder hier präsentiert werden äußerst bemerkenswert für seine Zeit. Doch trotz dieser informellen Darstellungsform ist die maltechnische Ausführung des Bildes aufwendig und kostbar. Die Raumkomposition mit dem neutral dunklem Hintergrund und einem Landschaftsausblick in der rechten oberen Hälfte, lässt zudem auf italienische Einflüsse schließen. So hat die im Hintergrund gezeigte, südländisch anmutende Landschaft nichts mit der urbanen Umgebung zu tun, in der die beiden Kinder tatsächlich aufwuchsen. Im Gegensatz dazu dokumentiert die Darstellung jedoch auch überzeugend Charakteristika zeitgenössischer Kinderkleidung. So handelte es sich bei den lose am Rücken des Mädchens herunterhängenden und lose gebundenen Stoffstreifen um sogenannte Gängelbänder. Diese bestanden in der Regel aus zwei langen Stoffbänder, die an der hinteren Seite der Kleidungsstücke, meist am rückwärtigen Ärmelansatz, angenäht wurden und als Lauflernhilfe dienten bzw. es den Eltern erlaubte, ihre kleinen Kinder in der Nähe und unter Kontrolle zu halten. Die aufwendige Aufmachung der Kinder und ihre kostbare Kleidung, die reich mit Spitzen besetzt ist, dürften den Status von Cornelis de Vos als führendem Porträtisten der Antwerpener Bürgergesellschaft zum Ausdruck bringen. Vermutlich diente das Berliner Porträt im Haus des angesehenen Antwerpener Künstlers denn auch als eine Art von Aushängeschild für seine herausragenden Fähigkeiten als Porträtmaler.
Das Berliner Bild steht am Beginn einer ganzen Reihe von Kinderporträts, die Cornelis de Vos in den Jahren zwischen 1623 und 1635 anfertigte, darunter auch mehrere Darstellungen seiner eigenen Kinder. So finden sich Magdalenas und Jan Baptists Züge auch auf dem großformatigen Gruppenporträt im Brüsseler Museum, das den Künstler mit seiner Familie zeigt, wieder. Katja Kleinert | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019
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The Flemish artist Cornelis de Vos painted this unusual portrait of his two eldest children in 1621–22: Magdalena (christened on 19 September 1618) and Jan-Baptist (christened on 6 December 1619). The two children are captured looking up in anticipation with a faint expression of surprise at being interrupted. The cherries and the peach, which had occupied their attention until this moment, lie forgotten in the hands. With this highly individual portrait of his two children, de Vos created a very innovative motif, as life-sized portraits of children from non-aristocratic circles were a rarity in Flanders at the beginning of the 17th century. The naturalness and the unselfconsciousness with which the children are presented were also highly unusual for the time. Despite the informal form of representation, the technical execution is highly skilled and elaborate. The composition of the setting with a neutral, dark background and a view out onto a landscape in the top right corner suggests the influence of Italian art. The southern landscape in the background has very little in common with the urban environment in which the children actually grew up. In contrast, the picture very precisely documents the characteristic features of children’s clothing in that era. The loose strips of cloth hanging from the girl’s back and tied loosely were so-called leading strings. These usually consisted of two long strips of fabric sewn to the back of the garments, frequently at the back of the sleeves, which served as a harness or reins to allow parents to keep their small children close by and under control. The children’s elaborate dress and the costly fabrics, which are lavishly trimmed with lace, were probably intended to display Cornelis de Vos’s status as the leading portrait painter for Antwerp’s affluent citizens. This portrait possibly hung in the artist’s house in Antwerp as a kind of advertisement for his exceptional skill as a portrait painter.
The Berlin picture marks the beginning of a whole series of portraits of children that Cornelis de Vos painted between 1623 and 1635, including several of his own children. Magdalena and Jan-Baptist’s features can also be found in the large-format group portrait in the Brussels Museum, which shows the artist and his family. Katja Kleinert | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

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Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Jahrhunderts wurde das Werk indes Bellinis Schwager Andrea Mantegna zugeschrieben, dessen enormer Ruf ihn zum Autor sehr unterschiedlicher Werke werden ließ (beispielsweise im Falle der Grabbereitung Christi von Vittore Carpaccio). Neville Rowley | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019__________________________Saint John the Baptist spent his life in the desert announcing the advent of the Messiah: he is here shown as a prophet, his body stunted, his face emaciated and his possessed gaze turned towards the tiny Crucifix crowning the stock that he holds in his hands. Such a detail is most implausible, as the use of the Crucifix only spread long after the death of Jesus Christ, who was John’s contemporary. 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Giovanni Mocenigo (1508-1580)

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Der Porträtierte wurde 1954 von Rodolfo Pallucchini überzeugend als Giovanni Mocenigo identifiziert, dem jüngeren Bruder des Dogen Alvise I. Mocenigo. Giovanni bekleidete hohe Staatsämter in Venedig, unter anderem als Consigliere und Savio del Consiglio. Ein enges persönliches Verhältnis verband ihn mit seinem Bruder; nach dem Tod des kinderlosen Dogen fielen dessen Erbansprüche an Giovannis Kinder. Beide Brüder erscheinen gemeinsam in einem Votivbild Tintorettos, das um 1575 entstand und sich heute in der National Gallery of Art in Washington befindet (Samuel H. Kress Collection; Inv.-Nr. 1961.9.44). Es zeigt den Dogen Alvise Mocenigo und seine Frau gemeinsam mit seinem Bruder Giovanni sowie dessen Söhnen vor der Jungfrau mit dem Kind. In diesem Gemälde wurden vier der dargestellten Köpfe – darunter der Giovanni Mocenigos – offenbar nach dem lebenden Modell auf kleineren Leinwänden gemalt und anschließend in die größere Komposition eingefügt. Dieses Werk ermöglichte Pallucchini die Identifizierung des Berliner Porträts. In dem Einzelporträt Giovannis in der Gemäldegalerie wählte Tintoretto das in seinem Porträtschaffen ungewöhnliche Brustbildformat. Im Vergleich zum Gemälde in Washington erscheint Giovanni Mocenigo hier gealtert; das Berliner Porträt dürfte daher kurz vor seinem Tod im Jahr 1580 entstanden sein. Unter Verzicht auf die repräsentative Würde, die Tintorettos Halb- und Dreiviertelfigurenporträts sonst auszeichnet, ging es dem Künstler hier um eine geistige Erfassung und psychologische Durchdringung des Dargestellten. In der Ausstrahlung dieses durch den musternden Blick Distanz schaffenden, zugleich aber in seiner Schlichtheit und Direktheit intim wirkenden Porträts gehört das Werk zu den bedeutenden Leistungen Tintorettos im Bereich der Porträtmalerei. | Aus: Gemäldegalerie. Katalog der ausgestellten Gemälde des 13.-18. Jahrhunderts 1975 (2025 aktualisiert von Sven Jakstat)