Anna Selbdritt
Ident. Nr.: 807
ObjID: obj:864272
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Datierung: um 1516
- Material / Technik
- Birnbaum oder Apfelbaum Pyrus communis L. oder Pyrus malus L.
- Abmessungen
- Durchmesser x Tiefe: 10,5 x 1,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/864272
Objektbeschreibung
Das seit dem 13. Jahrhundert verbreitete Andachtsbild der sog. Anna Selbdritt zeigt die hl. Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesusknaben. Die seit dem Spätmittelalter entstandene Annenverehrung geht auf keine biblische Quelle zurück. Sie entstand vielmehr mit dem zunehmenden Marienkult, insbesondere der wachsenden Annerkennung der Unbefleckten Empfängnis, bei der auch den Eltern Mariens, Anna und Joachim, eine immer bedeutendere Rolle zukam.
Während in den nordalpinen Ländern Maria und der Jesusknabe zunächst noch wie Attribute unrealistisch verkleinert, zugleich aber ihrem Alter entsprechend dargestellt sind, entwickelte sich seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert eine realistischhe Auffassung, bei der Anna und Maria gleich groß das zwischen ihnen sitzende Jesuskuind flankieren.
Der Augsburger Bildschnitzer Hans Schwarz hat beide Frauen in einer Wolkenformation als Halbfiguren dargestellt, die das nackte, lebhaft agierende Jesuskind in ihrer Mitte halten und somit dem Betrachter präsentieren. Der frontal ausgerichtete Körper bildet das Zentrum der Komposition. Über dem Kopfe des jungen Erlösers schwebt der perspektivisch wiedergegebene Nimbus, während im Gewölk ein kleiner Cherubskopf in eindrucksvoller Verkürzung von unten auf die Szene heraufschaut.
Letzte Aktualisierung: 30.04.2026
Kontakt
Einrichtung:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
E-Mail:
sbm@smb.spk-berlin.de