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Anna Selbdritt

Ident. Nr.: 807

ObjID: obj:864272

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Schwarz (um 1492),
Tischler
Datierung
Datierung: um 1516
Abmessungen
Durchmesser x Tiefe: 10,5 x 1,5 cm

Objektbeschreibung

Das seit dem 13. Jahrhundert verbreitete Andachtsbild der sog. Anna Selbdritt zeigt die hl. Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesusknaben. Die seit dem Spätmittelalter entstandene Annenverehrung geht auf keine biblische Quelle zurück. Sie entstand vielmehr mit dem zunehmenden Marienkult, insbesondere der wachsenden Annerkennung der Unbefleckten Empfängnis, bei der auch den Eltern Mariens, Anna und Joachim, eine immer bedeutendere Rolle zukam.
Während in den nordalpinen Ländern Maria und der Jesusknabe zunächst noch wie Attribute unrealistisch verkleinert, zugleich aber ihrem Alter entsprechend dargestellt sind, entwickelte sich seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert eine realistischhe Auffassung, bei der Anna und Maria gleich groß das zwischen ihnen sitzende Jesuskuind flankieren.
Der Augsburger Bildschnitzer Hans Schwarz hat beide Frauen in einer Wolkenformation als Halbfiguren dargestellt, die das nackte, lebhaft agierende Jesuskind in ihrer Mitte halten und somit dem Betrachter präsentieren. Der frontal ausgerichtete Körper bildet das Zentrum der Komposition. Über dem Kopfe des jungen Erlösers schwebt der perspektivisch wiedergegebene Nimbus, während im Gewölk ein kleiner Cherubskopf in eindrucksvoller Verkürzung von unten auf die Szene heraufschaut.

Letzte Aktualisierung: 14.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.