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Büste eines Afrikaners

Ident. Nr.: 1/57

ObjID: obj:864777

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Josse de Corte (1642-1679),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: Mitte 17. Jahrhundert
Datierung engl.: mid-17th century
Abweichende Datierung: Mitte 17. Jh.
Systematik/Art
Weitere Titel
Büste eines Afrikaners
Übersetzung: Bust of an African
Büste eines Afrikaners
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 27,2 x 15,5 x 13,2 cm (mit Sockel)
Erwerbung
1957

Objektbeschreibung

Diese unvollendete Büste scheint ein Werkstattmodell für eine Darstellung von einem Afrikaner zu sein. Die verzerrten Züge, der kurze Hals und der qualvolle, angsterfüllte Gesichtsausdruck zeigen eine Person im Ausnahmezustand, eine alles andere als normale Person. Zudem unterstreichen diese Merkmale die Fremdartigkeit und das Seltsame – das Andere. (Jonathan Fine 2017)

Letzte Aktualisierung: 15.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Allegorie des Wahnsinns

Allegorie des Wahnsinns

Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.