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Totenschild für Hans I. von Wolfstein zu Obersulzbürg (+ 1420) aus der Zisterzienserinnen-Klosterkirche Seligenporten

Ident. Nr.: AE 260

ObjID: obj:864879

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Datierung: 1420 oder wenig später
Material / Technik
Fichtenholz, gefasst
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 97 x 95 x 2 cm
Durchmesser: 99,5 cm

Objektbeschreibung

Es handelt sich um einen runden, mit der Zeit konvex verformten Totenschild ohne Applikationen. Die übermalte, farblich gegenüber der Originalfassung zum Teil stark veränderte Bildseite zeigt in der Mitte auf blauem Grund das ganz leicht schräg gestellte Wappen der Sulzbürg-Wolfsteiner: zwei nach links gerichtete rote Löwen oder Leoparden auf goldenem Grund. Rätselhaft bleibt, weshalb die Tiere abweichend von dieser auch sonst für das Wolfsteiner Wappen überlieferten Farbe hier ursprünglich nur durch Konturen von dem ehemals goldfarben erscheinenden (gelber Überzug auf Blattsilber) Grund abgesetzt waren. Das Wappen hatte sich aus dem Emblem der Herrschaft Sulzbürg (zwei schreitende rote Leoparden), seit dem frühen 13. Jahrhundert Stammsitz der Wolfsteiner, entwickelt und etwa in dieser Zeit das alte Familienwappen des Wolfs verdrängt. Aufgrund der unten gespitzten Form des Wappens ist auf diesem Schild nur der obere Löwe oder Leopard schreitend, der untere hingegen steigend dargestellt. Die geränderte Umschrift in goldenen Minuskeln auf schwarzem Grund lautet: „anno • domini • m • cccc • vnd • im • xx • iar • am • oberstentag [6. Januar] • zu • nacht • do • starb • herr • hans • von • wolfstain“. Ursprünglich befand sich der Schild in der 1242 gegründeten Zisterzienserinnen-Klosterkirche Seligenporten westlich von Neumarkt in der Oberpfalz, Hauskloster und Grablege des Ministerialen- und späteren Reichsfreiherrn-Geschlechts von Sulzbürg-Wolfstein.

Hans I. von Wolfstein war der älteste Sohn des ebenfalls in Seligenporten bestatteten Stephan († 1402), dessen Totenschild noch in der ehemaligen Klosterkirche hängt, und der Margarete Geyling. Er dürfte kurz nach deren Heirat 1381 geboren sein und ist anlässlich eines Rechtsstreits 1403 urkundlich bezeugt. Er wurde auch im Totenbuch des Klosters unter dem 7. Januar, einen Tag nach seinem Tod, aufgeführt.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)

Letzte Aktualisierung: 10.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kruzifixus

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Das Kruzifix stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus der Stabkirche von Vang im Valdres-Tal (Oppland, Norwegen), die der Maler Johan Christian Dahl am 18. Januar 1841 für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erwerben ließ. Der König wollte die Stabkirche zunächst auf die Pfaueninsel unweit seiner Potsdamer Residenz versetzen. Doch bereits im Winter 1841/42 entschied Friedrich Wilhelm IV., die Kirche nicht als Baudenkmal in Hauptstadtnähe, sondern als Gotteshaus im schlesischen Riesengebirge in Brückenberg (Karpacz Górny) in der Nähe seiner Sommerresidenz Erdmannsdorf (Mysłakowice) wieder aufbauen zu lassen. Von den beweglichen Ausstattungsstücken begleiteten lediglich zwei Leuchter die Kirche nach Schlesien. Es ist unklar, was mit den weiteren Werken aus Norwegen geschah. Sicher ist, dass Friedrich Wilhelm IV. 1845, das Kruzifix als Geschenk an die Kunstkammer überwiesen hat, von wo aus es später in den Besitz des Deutschen Museums überging. Die zeitliche Nähe dieser Schenkung zu der überlieferten Lagerung des Vanger Kruzifixes in Berlin, die Tatsache, dass es sich um königlichen Privatbesitz handelte und die Singularität einer norwegischen Skulptur in den Königlichen Museen lassen keinen anderen sinnvollen Schluss zu, als dass es sich bei Inv. 364 um das Kruzifix aus Vang handelt.Das Kruzifix ist schwer einzuordnen. Sämtliche Details gehören dem 13. Jahrhundert an, sind aber sehr roh und eigentlich kaum verstanden, wie Tuchfalten, Oberkörper und Gesicht demonstrieren. Unter den erhaltenen norwegischen Werken findet sich keines mit einer über Motive hinausgehenden Verwandtschaft. Der erhobene Kopf und die gezackten Locken sind ohne Parallele. Es fragt sich angesichts des ausgeprägten Zickzackverlaufs der Haare und der zeichenhaften Ausbildung des Oberkörpers, ob dem Schnitzer nicht eine Buchmalerei als Vorlage gedient hat, wo gerade diese Elemente besonders ausgeprägt waren. Überhaupt scheint es, als wäre der Bildschnitzer ungeübt im Schnitzen eines Kruzifixus gewesen, hätte aber streng nach einer Vorlage aus dem 13. Jahrhundert gearbeitet. Diese Arbeitsweise spricht jedoch auch gegen die im 19. Jahrhundert übliche Vorgehensweise neugotischer Bildschnitzer. Außerdem muss das Werk deutlich vor 1840 entstanden sein, da es damals keine liturgische Funktion mehr in der Stabkirche hatte. Gemeinsam mit den technologischen Befunden, vor allem zur Fassung (keine älteren Reste unter der heute sichtbaren), und den Erwerbungsumständen bleibt daher nur der Schluss, dass es sich um eine Arbeit der Zeit vor 1800, vielleicht des 18. Jahrhunderts handelt, bei der ein möglicherweise beschädigtes Kruzifix des 13. Jahrhunderts nachgeahmt wurde. Solche Fälle sind im Norwegen des 17. und 18. Jahrhunderts nicht selten.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Bildnis des Bischof Philipp von Freising

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