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Heiliger Georg

Ident. Nr.: 3096

ObjID: obj:864885

Details (Expert)

Datierung
Datierung: Anfang 16. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 135,5 x 49 x 18 cm (Höhe ohne Lanze: 102 cm)
Gewicht: 8 kg

Objektbeschreibung

Die christliche Legende vom Heiligen Georg hat viele Gemeinsamkeiten mit dem klassischen Mythos von Perseus und Andromeda. Der römische Offizier Georg kam in eine Stadt, die von einem Drachen bedroht wurde. Um das Tier zu besänftigen, brachten die Stadtbewohner erst Tiere und später auch Menschen als Opfer dar. Bei Georgs Ankunft sollte die lokale Königstochter dem Ungeheuer dargeboten werden, das der Soldat dann tötete. Oft, wie hier der Fall, wird die Prinzessin weggelassen und die Darstellung des heiligen Georg als Drachentöter dient als Sinnbild des Sieges des Guten über das Böse. Die Darstellung des Heiligen auf dem Drachen stehend folgt einer jahrhundertealten Tradition, in der positive Figuren, wie Personifikationen von Tugenden, Personen aus dem Alten Testament oder Heilige dargestellt werden, während sie auf negativen Kreaturen stehen. Beispiele findet man seit 1150 in den geschnitzten Dekoren vieler gotischer Kathedralen. Gekleidet in der Rüstung eines mittelalterlichen Ritters steht Georg mit beiden Füßen auf dem Drachen und stößt diesem einen Speer in das Maul. Das Tier leistet wenig Widerstand, vergeblich versucht es, ein Bein des Heiligen zu packen und das andere mit seinem Schwanz zu umwickeln. Georgs Überlegenheit wird offensichtlich, da er ohne Helm mit dem Drachen kämpft; seine langen, gelockten Haare fallen auf die Schultern herab. Die Skulptur war in ihrem ursprünglichen Zustand sicher auffällig, als die Rüstung aus schimmerndem Gold und Silber zu bestehen schien und die Haut des Drachen in den Farben grün und blau leuchtete.

Letzte Aktualisierung: 30.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kruzifixus

Kruzifixus

Das Kruzifix stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus der Stabkirche von Vang im Valdres-Tal (Oppland, Norwegen), die der Maler Johan Christian Dahl am 18. Januar 1841 für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erwerben ließ. Der König wollte die Stabkirche zunächst auf die Pfaueninsel unweit seiner Potsdamer Residenz versetzen. Doch bereits im Winter 1841/42 entschied Friedrich Wilhelm IV., die Kirche nicht als Baudenkmal in Hauptstadtnähe, sondern als Gotteshaus im schlesischen Riesengebirge in Brückenberg (Karpacz Górny) in der Nähe seiner Sommerresidenz Erdmannsdorf (Mysłakowice) wieder aufbauen zu lassen. Von den beweglichen Ausstattungsstücken begleiteten lediglich zwei Leuchter die Kirche nach Schlesien. Es ist unklar, was mit den weiteren Werken aus Norwegen geschah. Sicher ist, dass Friedrich Wilhelm IV. 1845, das Kruzifix als Geschenk an die Kunstkammer überwiesen hat, von wo aus es später in den Besitz des Deutschen Museums überging. Die zeitliche Nähe dieser Schenkung zu der überlieferten Lagerung des Vanger Kruzifixes in Berlin, die Tatsache, dass es sich um königlichen Privatbesitz handelte und die Singularität einer norwegischen Skulptur in den Königlichen Museen lassen keinen anderen sinnvollen Schluss zu, als dass es sich bei Inv. 364 um das Kruzifix aus Vang handelt.Das Kruzifix ist schwer einzuordnen. Sämtliche Details gehören dem 13. Jahrhundert an, sind aber sehr roh und eigentlich kaum verstanden, wie Tuchfalten, Oberkörper und Gesicht demonstrieren. Unter den erhaltenen norwegischen Werken findet sich keines mit einer über Motive hinausgehenden Verwandtschaft. Der erhobene Kopf und die gezackten Locken sind ohne Parallele. Es fragt sich angesichts des ausgeprägten Zickzackverlaufs der Haare und der zeichenhaften Ausbildung des Oberkörpers, ob dem Schnitzer nicht eine Buchmalerei als Vorlage gedient hat, wo gerade diese Elemente besonders ausgeprägt waren. Überhaupt scheint es, als wäre der Bildschnitzer ungeübt im Schnitzen eines Kruzifixus gewesen, hätte aber streng nach einer Vorlage aus dem 13. Jahrhundert gearbeitet. Diese Arbeitsweise spricht jedoch auch gegen die im 19. Jahrhundert übliche Vorgehensweise neugotischer Bildschnitzer. Außerdem muss das Werk deutlich vor 1840 entstanden sein, da es damals keine liturgische Funktion mehr in der Stabkirche hatte. Gemeinsam mit den technologischen Befunden, vor allem zur Fassung (keine älteren Reste unter der heute sichtbaren), und den Erwerbungsumständen bleibt daher nur der Schluss, dass es sich um eine Arbeit der Zeit vor 1800, vielleicht des 18. Jahrhunderts handelt, bei der ein möglicherweise beschädigtes Kruzifix des 13. Jahrhunderts nachgeahmt wurde. Solche Fälle sind im Norwegen des 17. und 18. Jahrhunderts nicht selten.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)