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Adam und Eva im Paradies

Ident. Nr.: 2094

ObjID: obj:865384

Details (Expert)

Beteiligte
Nachfolge: Loy Hering (um 1484/1485),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1550
Datierung engl.: mid 16th century
Abweichende Datierung: um 1550
Weitere Titel
Sammlungstitel: Adam und Eva im Paradies
Übersetzung: Adam and Eve in Paradise
Adam und Eva im Paradies
Material / Technik
Solnhofener Stein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24 x 17,8 x 2,3 cm

Objektbeschreibung

Das Relief zeigt unter einem Baum die Stammeseltern Adam und Eva im Paradies, dem Garten Edens, umgeben von unterschiedlichen Tieren: Neben jeweils zwei Hirschen und Hunden sind noch ein Löwe, ein Lamm sowie ein Hase dargestellt. Die Harmonie wird jedoch durch die Schlange - Symbol von Sünde und Verführung - getrübt, die sich im Baum der Erkenntnis um einen Ast windet und dabei den Apfel fixiert, nach dem Eva gerade mit ihrer erhobenen linken Hand greift. Evas Blick richtet sich zu dem auf der Wiese sitzenden Adam, dem sie vertrauensvoll wie ihre Rechte um die Schulter legt, während er gerade den Apfel zum Munde führt. Das Relief verknüpft somit zwei Themen miteinander: die Idylle des Paradieses und den Sündenfall, womit es zugleich auf die Vergänglichkeit irdischen Lebens und Glücks verweist.
Der Komposition liegt einem Holzschnitt von Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553) aus dem Jahre 1509 zugrunde, wobei jedoch die Proportionen zugunsten der Stammeltern im Zentrum der Tafel vergrößert wurden. Darüber hinaus ist das Relief gegenüber dem fein und detailreich ausgeführten Holzschnitt stark vereinfacht wiedergegeben. So sind u. a. einzelne Tiere weggelassen oder durch andere ersetzt worden. Das Relief ist ein beredtes Beispiel, wie beliebt es war, Holzschnitte oder Kupferstiche als Vorlagen für die Umsetzung in ein anderes Medium zu verenden.
Das Relief weist zwar gewisse stilistische Parallelen zu anderen Werken von Loy Hering (1484/85-1554) auf, der häufig Stiche als Vorlage für seine Reliefs verwendete, doch ist die Ausführung im Vergleich zu seinen sicher zugeschriebenen Arbeiten doch zu grob und zu summarisch, so dass hier wohl vielmehr ein Nachahmer aus seinem Umfeld zu vermuten ist.
Das Dürer-Monogramm und die Jahreszahl rechts sind eine spätere Ergänzung.

Letzte Aktualisierung: 30.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Heiliger Nikolaus

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Der schlanke Körper des heiligen Bischofs ist stark durchgebogen, der linke Fuß vorgestellt und das Knie deutlich nach innen geknickt. Dieses bereits Mitte des 14. Jahrhunderts beliebte Standmotiv wird kombiniert mit einer ausladenden rechten Hüfte, über der in der eng anliegenden rechten Hand drei goldene Kugeln, eines der Hauptattribute des Nikolaus von Bari, liegen. In der linken Hand befand sich ehemals ein Bischofsstab, der vielleicht bereits bei der Erwerbung nicht mehr als Original, sondern (mittlerweile ebenfalls verlorene) spätere Ergänzung vorhanden war. Die Hand umfasst den Stab mit einem im Mittelalter zu dessen Schutz gebräuchlichen Schweißtuch (Sudarium). Hinter dem Stab ist der um den linken Unterarm bzw. das Handgelenk gelegte Manipel, ein Rangabzeichen der höheren Kleriker, zu erkennen. Dazu muss man die Figur allerdings aus der Schrägansicht betrachten. Auch die beiden Enden der Stola, die Nikolaus seinem bischöflichen Rang gemäß zwischen Albe und Kasel über beide Schultern gelegt hat, sind nur aus den beiden Halbprofilansichten erkennbar. Der Oberkörper wirkt sehr gelängt – ein Eindruck, der durch Reduktion der Falten an der Kasel auf drei flache, parallel verlaufende Schüsseln verstärkt wird. Im unteren Bereich des Gewandes setzen sich diese stets nach links ausgerichteten Schüsselfalten in etwas voluminöserer Form, doch in ähnlich weiten Abständen fort.Ein auffälliges Motiv ist die schräge Kopfhaltung. Heute scheint es, als würde Nikolaus nach oben schauen, doch war sein Blick ursprünglich geradeaus gerichtet. Die Neigung des Haupts dürfte somit lediglich kompositorisch (und nicht durch eine entsprechende Blickrichtung auch noch szenisch) auf eine zur Rechten des Bischofs befindliche Figur verwiesen haben, der er zugleich die Kugeln präsentierte. Die Geste erhält durch die kostbare Mitra einen zusätzlichen Akzent. Das Haupt ist sehr schlank und mit Abstand am sorgfältigsten ausgearbeitet. Der Bart ist am Kinn gekräuselt, die Wangen mit hoch sitzenden Knochen erscheinen fast glatt, die Unterlippe ist sinnlich geschwungen, die Oberlippe hingegen fast vom hier glatt verlaufenden Bart verdeckt, sodass der Mund verschattet wirkt. Tiefe Augenhöhlen und ein sehr dünner, scharf nach vorn tretender Nasenrücken verleihen dem Antlitz eine asketische Wirkung. Der untere Rand der ansonsten regulär gestalteten Mitra pretiosa besitzt eine ungewöhnliche, wohl als künstlerisches Missverständnis zu deutende Gestalt: Der breite Saum über der Stirn mit zentraler Metallapplikation geht an beiden Seiten in Höhe der Schläfen unvermittelt in den dichten, voluminösen Haarkranz über, der auch die Ohren größtenteils verdeckt. Logischerweise kann es sich dabei nur um sich nach oben kräuselnde Locken handeln, wogegen jedoch der gerade obere Haarabschluss spricht. Der Bildschnitzer der Berliner Nikolausfigur, für deren Provenienz jeder Hinweis fehlt, orientierte sich zweifellos an Prager Werken der Parlerzeit.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)