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Thronende Madonna

Ident. Nr.: M 270

ObjID: obj:865547

Credit: Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Arnolfo di Cambio (1240/1245),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1270
Systematik/Art
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 79 x 41 x 27 cm

Objektbeschreibung

Das nicht mehr vollständige Bildwerk, ehemals in der Sammlung Contini-Bonacossi in Florenz, zeigt die auf einer schmalen, profilierten Bank sitzende Muttergottes als Himmelskönigin mit Kopfschleier und Krone. Auf die verloren gegangene Christusfigur verweist die plan geschliffene Stelle auf ihrem linken Oberschenkel.
In ihrer Monumentalität und in der kenntnisreichen Bearbeitung des Marmors ist die Madonna so überzeugend, dass sie von der Forschung in die unmittelbare Nachfolge von Nicola Pisano gerückt worden ist.
Der elegische Gesichtsausdruck und die Konfrontation des scharfgratigen, den Körper starr erscheinen lassenden Parallelfaltenstils am Kleid mit den elegant fließenden Bewegungslinien des Mantelsaumes und des Kopfschleiers legen eine Zuschreibung an dessen Schüler Arnolfo di Cambio nahe.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.