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Adam und Eva (Der Sündenfall)

Ident. Nr.: 805

ObjID: obj:865752

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Krug (1488/90 bis 1532),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: 1514
Material / Technik
Solnhofener Stein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 14,9 x 9 x 1,2 cm
Gewicht: 336 g
Höhe x Breite x Tiefe: 14,1 x 8,2 x 0,5 cm (Plexisglasmontage)

Objektbeschreibung

Seit der Wende zum 16. Jahrhundert war der Sündenfall in der Bildenden Kunst überaus beliebt. Albrecht Dürer, Hans Baldung Grien und andere haben bedeutende Bildwerke vom Fall der ersten Menschen geschaffen. Das gilt auch für Ludwig Krug, der in Nürnberg als Bildschnitzer und Goldschmied hoch geschätzt war. Im Berliner Relief interessiert sich der Künstler wenig für die Verführung Evas durch die Schlange. Stattdessen begreift er den Sündenfall als sinnlich erotische Begegnung zwischen den beiden Ureltern. Dicht beieinander stehend entspannt sich durch die geschickte Verschränkung der Gesten und Blicke eine spannungsgeladene Nähe zwischen den Beiden. Den Kopf ins strenge Profil gewandt, schaut Eva wie benommen, ja liebestrunken, zu Adam auf, die Rechte hat sie ihrem Mann vertraulich auf die Schulter gelegt. So raffiniert sind die Gesten an dieser Stelle verwoben, dass man erst beim zweiten Hinsehen realisiert, wer von beiden den angebissenen Apfel in der Hand trägt. Es ist Adam, dessen Tun im unteren Bereich der kleinen Tafel im wörtlichen Sinne nachgeäfft wird. Sinnbildlich rückt der Affe die fleischliche Begierde als Ursache des ersten Sündenfalls ins Bild.

Letzte Aktualisierung: 14.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)