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Mittelbild des Triptychons

Ident. Nr.: 1079

ObjID: obj:865772

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Taddeo Gaddi (um 1300 - 1366),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1334
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mittelbild des Triptychons
Übersetzung: Central Panel of a Triptych
Geografische Bezüge
Italien,
Land
Material / Technik
Pappelholz
Abmessungen
Bildmaß: 62,5 x 41,1 cm
Erwerbung
1823 Ankauf von Berend Lorck, Berlin

Objektbeschreibung

Im Zentrum des Mittelbildes, das durch eine eigene, plastisch aufgesetzte Rahmung hervorgehoben ist, sitzt Maria, ganz in Blau gekleidet, auf einem gotischen Thron; auf ihrem linken Arm das Christuskind in hellroter Tunika, mit der Rechten die Wange Mariae berührend. Unten im Vordergrund, in stark verkleinertem Maßstab, kniet ein Stifterpaar. In der äußeren Bildzone links unten Johannes der Täufer, rechts der Hl. Ludwig von Toulouse, über ihnen je fünf Apostel; von ihnen sind links (von unten beginnend) Bartholomäus und Petrus, rechts Johannes der Evangelist und Matthäus durch Typus und Attribute gekennzeichnet. Zuoberst zwei Propheten mit Schriftrollen. Auch die Flügel sind durch aufgesetzte Rahmenprofile gekennzeichnet. Links im unteren, spitzbogigen Feld die Geburt Christi in dem aus Holz gezimmerten Stall in felsiger Landschaft. Maria sitzt mit dem Kind an der Brust auf einem roten Polster, von zwei Engelchören verehrt. Oben in der Ferne verkündet ein Engel einem Hirten die Geburt des Erlösers; vorn rechts sind zwei Hirten mit einer Herde bereits herangekommen. Links Joseph am Boden sitzend. Rechts die Kreuzigung Christi. Maria weist auf das Blut, das aus der Seitenwunde des Gekreuzigten strömt. Ihr gegenüber steht Johannes, in Schmerz versunken. Magdalene, in feuerrotem Gewand, kniet am Fuß des Kreuzes, dessen Stamm sie in leidenschaftlicher Trauer umschlungen hat. In einer Felsnische am Boden der Schädel Adams. Auf der Spitze des Kreuzes das Nest des Pelikans, der sich mit dem Schnabel die Brust aufreißt, um seine Jungen mit seinem Blut zu tränken (im späten Mittelalter ein häufig verwendetes Symbol für den Opfertod Christi). In den Zwickeln der beiden Spitzbogen vier schreibende Propheten. Oben zwei Szenen aus der Legende des Hl. Nikolaus: Adeodatus, der Sohn eines Christen, war von den Heiden entführt worden und musste ihrem König als Mundschenk dienen. Am Festtag des Heiligen Nikolaus befreit ihn der Heilige (linke Szene) und bringt ihn zu seinen Eltern zurück (rechts); bei der Begrüßung hält er den goldenen Becher, den er dem König reichen sollte, noch in den Händen (in der Legenda aurea in mehreren Varianten erzählt). Alle Darstellungen auf Goldgrund.
Außenseiten der Flügel (auf Silbergrund, in neuerer Zeit von den Innenseiten getrennt): Links der Abschied Christi von Maria und seinem Lieblingsjünger Johannes. Die selten dargestellte Szene wird in den Evangelien nicht erwähn; sie knüpft an die Worte an, die Christus am Kreuz zu Maria und „dem Jünger, den er lieb hatte“ spricht (Johannes 19, 26-27). Oben: Die Heiligen Margarethe mit dem Drachen, den sie nach der Legende durch das Kreuzeszeichen überwand. Rechter Flügel: Der Heiligen Christophorus, oben die Heiligen Katharina von Alexandrien mit dem Rad.
Das 1333 datierte Triptychon von Bernardo Daddi im Bigallo in Florenz weist die gleiche, ungewöhnliche Rahmengliederung und – mit geringen Abweichungen – dieselben Darstellungen auf. Während die ältere Forschung das Werk des Taddeo Gaddi als Nachahmung des Bigallo-Triptychons ansah, hat Longhi die Vermutung ausgesprochen, dass beide Triptychen auf ein heute verlorenes Vorbild von Maso di Banco zurückgehen können. Möglicherweise ist die enge Anlehnung an das Bigallo-Triptychon aber auch dadurch zu erklären, dass der Auftraggeber eine Wiederholung von Daddis Werk gewünscht hatte.

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. am unteren Rand: +ANNO.D(OMI)NI M.CCC.XXXIIII. MENSIS. SECTENBRIS. TADEU(S) ME FECIT
_________________________________________________________________________________

The Virgin is dressed entirely in blue and sits on a Gothic throne in the center of the middle scene which itself is set off by an independent frame. She holds the Christ Child on her left arm. He is dressed in a bright red tunic and touches the Virgin’s cheek with His right hand. The donor couple – in radically diminished scale – kneels below in the foreground. In the exterior fillet of the arch: lower left John the Baptist, right St. Louis of Toulouse; above each of them five apostles. Some of these are identified by type and attributes: on the left (beginning at the bottom), Bartholomew and Peter; right John the Evangelist and Matthew. At the top are two prophets with scrolls.
The wings are also subdivided by applied frame moldings. Left in the lower pointed arch is the Nativity in a wooden stall in a rocky landscape. The Virgin sits on a red cushion and holds the Child to her breast, two choirs of angels stand behind in adoration. Above in the distance an angel announces the Savior’s birth to a shepherd. In the right foreground two shepherds with their locks have already arrived. Right is the Crucifixion. The Virgin points toward the blood flowing from the wound on Christ’s side. John stands opposite her submerged in grief. The Magdalene in a fire-red garment kneels embracing the foot of the cross in passionate sorrow. In a rocky niche on the ground is the skull of Adam. At the top of the cross is a pelican’s nest, the bird which punctures its own breast in order to nourish its young with its blood (a common symbol in the late Middle Ages for Christ’s sacrificial death). In the spandrels of both arches are four writing prophets. At the top are two scenes from the life of St. Nicholas: Adeodatus, son of a Christian, was abducted by pagans and forced to serve as cupbearer to their king. On the feast day of St. Nicholas the youth was freed by the Saint (on the left) and returned to his parents (on the right). Greeting his parents he still holds the golden cup he was to present to the king (told in several variations in the Legenda aurea). All scenes are on gold ground.
Exterior of wings (on silver ground, later separated from the interior sides). Left: Christ’s leave-taking from the Virgin and his favorite disciple John. This unusual subject is not reported in the gospels. It is connected with the crucified Christ’s words to Mary and “the disciple…whom he loved” (John 19, 26-27). Above is St. Margaret with the dragon which according to the legend she overpowered by displaying the cross. Right: St. Christopher. Above is St. Catherine of Alexandria with the wheel.
A triptych in the Bigallo in Florence by Bernard Daddi dated 1333 shows the same unusual subdivision of the frame and – with minor deviations – the same subjects. Whereas early scholars judged Taddeo Gaddi’s work an imitation of the Bigallo triptych, Longhi (1959) conjectured that both triptychs could go back to a lost prototype by Maseo di Banco. However, the close accordance with the Bigallo triptych could also be explained as the result of a donor requesting a repetition of Daddi’s work.

Letzte Aktualisierung: 03.06.2026

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Einrichtung:

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Bildnis eines jungen Mannes

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Versonnen blickt der dunkelhaarige junge Mann nach rechts in die Ferne. Von seinem schwarzen Gewand hebt sich ein kostbarer, weißer Spitzenkragen ab, auf den sein langes Haar fällt. Maratti präsentiert den Dargestellten hier schlicht und unprätentiös, zugleich jedoch sehr würdevoll und elegant. Durch eine Inschrift auf der Rückseite sind uns heute Entstehungsjahr und -ort des Gemäldes bekannt, sowie das Alter des Dargestellten. Als er sich 1663 in Rom porträtieren ließ, war er 24 Jahre und drei Monate alt. Maratti gehörte zu den begehrtesten Malern in Rom und arbeitete für die höchsten gesellschaftlichen Kreise, u.a. auch für Papst Clemens IX., dessen von Maratti geschaffenes Bildnis heute zu den bedeutendsten Porträts des 17. Jahrhunderts zählt.| Britta BodeSIGNATUR / INSCHRIFT: Auf der Doublierleinwand Transkription (des 19. Jh.) einer alten Inschrift: AETATIS VAE XXIV / ET III MENS / IN ROMA 1663 / C.M.F.___________________________________________________________________________With a pensive gaze, a dark-haired young man looks to the right into the distance. His long hair falls on the sumptuous, white lace collar that stands out against his black garment. Maratti presents the portrayed modestly and unpretentiously, yet also elegantly and dignified. An inscription on the back tells us the year and place of creation, as well as the age of the portrayed. In 1663, when he was painted in Rome, he was 24 years and three-months-old. Maratti was one of the most sought after artists in Rome and worked for the social elite, including Pope Clemens IX, whose portrait is considered one of the most important paintings of the 17th century.| Britta Bode

Die Kreuzigung Christi

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Gerard David stammte aus den nördlichen Niederlanden, dem holländischen Oudewater. Einflüsse von Geertgen tot Sint Jans in seinen frühen Werken deuten darauf hin, daß er seine erste Ausbildung in Haarlem erhalten hat. 1484 war er nach Brügge ausgewandert, der Stadt, in der Memling als führender Meister tätig war. Hier wurde er als Mitglied und schließlich als leitender Künstler der Malerzunft vom Magistrat der Stadt mit Aufträgen bedacht. In Brügge entstanden seine Hauptwerke. Hier lebte und arbeitete er, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, bis zu seinem Tode. Für einige Zeit scheint er sich in Antwerpen aufgehalten zu haben. Darauf deutet eine Eintragung in den Registern der Antwerpener Malergilde hin, die für das Jahr 1515 die Aufnahme eines »Gheraet van Brugghe, scildere« vermeldet. Brügge hatte damals seine führende Rolle als Hafenstadt durch die Versandung des Swijn, seiner Verbindung zum Meer, eingebüßt, während Antwerpen seinen Rang als neues Handelszentrum auszubauen begann und damit zahlreichen Künstlern neue Verdienstmöglichkeiten eröffnete. Es ist denkbar, daß sich Gerard David den neuen Gegebenheiten auf Dauer nicht mehr an - passen wollte und deshalb nach Brügge zurückkehrte, wo er als der letzte herausragende Vertreter der traditionsreichen Malerei dieser Stadt großes Ansehen genoß. Das Schaffen Davids schlägt eine Brücke zwischen den niederländischen Meistern des 15. Jahrhunderts und den neuen Bestrebungen der Renaissance. Seine Werke zeichnen sich durch eine stille Monumentalität und eine klare Anordnung der plastisch wiedergegebenen Bildfiguren aus, die auf neuartige Weise mit dem sie umgebenden Raum verbunden sind. In dieser Hinsicht bezeichnet die Kunst Davids eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu einer einheitlichen malerischen Gestaltung des Bildraumes. Die Darstellung des Christus am Kreuz stammt aus der Spätzeit des Künstlers. Das Kolorit, in dem grüne und blaue Farbklänge dominieren, ist eigentümlich kühl und verhalten, dabei in den nuancenreichen Abstufungen dennoch von höchster Subtilität. Dieser konsequenten Vereinheitlichung der Farbgebung, von der eine starke atmosphärische Wirkung ausgeht, entspricht eine gleichermaßen prägnante wie durch seine Schlichtheit ergreifende Schilderung des Bildgeschehens. Auf der Höhe Golgathas erhebt sich das Kreuz Christi, dessen Querbalken in die Tiefe weisen. Mit geöffneten Augen blickt der Gekreuzigte auf die Leidtragenden zu seinen Füßen herab, auf Maria Magdalena nahe dem Kreuzesstamm, auf Maria, die von Johannes gestützt wird, und auf Maria Salome und Maria Jacobi. Mit den Worten »mulier ecce filius tuus« (Weib, siehe, das ist dein Sohn; Johannes 19, 26) empfiehlt er seine Mutter der Fürsorge seines Lieblingsjüngers. Die verhaltene Trauer der Angehörigen scheint sich auf den Hauptmann und seine Soldaten übertragen zu haben, die still zur Seite getreten sind und sich beraten. Im Hintergrund erkennt man Kriegsknechte, die Golgatha bereits verlassen haben und Jerusalem zustreben. Daran zeigt sich, daß kein bestimmter Augenblick des Geschehens gestaltet ist, sondern daß es dem Künstler darauf ankam, uns dessen zeitlose Bedeutung vor Augen zu führen, wie er es wenig später in dem eindrucksvollen Golgathabild (Genua, Palazzo Bianco) in äußerster Reduktion des Themas getan hat. Der Eindruck der Zeitlosigkeit des Geschehens in unserem Bild verstärkt sich angesichts der weiten Landschaft mit den im blauen Licht des Abends verdämmernden Bergkuppen. Svea Janzen | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010SIGNATUR / INSCHRIFT: mulier ecce filius tuus_______________________________________________________________Gerard David was born in the Dutch city of Oudewater. In 1484 he moved to Brugge where, with a few interruptions, he lived and worked until his death. David’s work forms a link between the 15th-century Netherlandish masters and the new line taken in the Renaissance. His works have a quiet monumental quality and a clear arrangement of figures, who relate in an innovative way to the space that surrounds them. In this respect David’s work represents a crucial stage on the way towards uniform painterly control over the pictorial space. This scene of Christ on the Cross dates from the artist’s late period. The colouring, dominated by notes of green and blue, is strangely cool and reticent, although extremely refined in its nuanced gradations. The events of the picture are portrayed both succinctly and plainly, corresponding with the consistently uniform colouring, which creates a strongly atmospheric effect. | Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2012