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Amor und Psyche

Ident. Nr.: 8/64

ObjID: obj:866082

Details (Expert)

Beteiligte
Massimiliano Soldani Benzi (1673-1740),
Bildhauer*in
Datierung
Datierung: um 1720
Systematik/Art
Material / Technik
Bronze mit Holzsockel
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 50 x 34 x 23 cm
Gewicht: 20,5 kg

Objektbeschreibung

Einen letzten Höhepunkt erreichte die Florentiner Bronzeplastik in den Werken des Massimiliano Soldani Benzi, der als Stipendiat Großherzogs Cosimo III. in Rom ausgebildet worden war. In exemplarischer Form bringt die sehr malerisch, fast wie ein Relief komponierte Amor-Psyche-Gruppe Soldanis Gestaltungsweise zum Ausdruck. Charakteristisch ist die diagonal angelegte Komposition der sich stark neigenden weiblichen Figur, die sich auf einem scheinbar über Wolken schwebenden Thron zärtlich dem Liebesgott zuwendet. Kompositionell und inhaltlich bildet der kunstvoll gestaltete Sockel, an dem Bronzeapplikationen mit den Attributen und Symbolen von Amor und Psyche angebracht sind, einen wesentlichen Bestandteil der technisch vorzüglich gearbeiteten Kleinbronze. Er erhebt die Amor-Psyche-Gruppe, die inhaltlich auf ein Märchen des antiken Schriftstellers Apuleius zurückgeht, zu einem »Monument der Götter der irdischen Liebe« (Ursula Schlegel).

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)